Bei der Flugbuchung über das Internet können jede Menge versteckter Kosten über das Internet auftreten. Im ersten Teil unserer Testreihe vergleichen wir Flugsuchmaschinen. Der Testsieger ist ein alter Bekannter.

Kreditkartenzahlung ist meist teuere.

Versteckte Kosten lauern bei der Kreditkartenzahlung

Die Vielflieger unter euch kennen das Problem: Auf der Suche nach dem günstigsten Flug stößt man auf ein vermeintlich erstklassiges Angebot, das sich aber nach Abschluss des Buchungsvorgangs als vergleichsmäßig teuer entpuppt. Immer öfter und immer dreister versuchen Flugsuchmaschinen, Preisvergleichswebsites und Fluggesellschaften die Kunden zum Zahlen von versteckten Kosten zu bringen. Die Zahlung mit der Kreditkarte, das Aufgeben von Gepäck oder die Onlinebuchung können mitunter versteckte Kosten verursachen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern teilweise auch gesetzeswidrig. In diesem Artikel zeigen wir euch, was die Unternehmen dürfen und was nicht. Außerdem haben wir die gängigsten eine Flugsuchmaschinen Test durchgeführt.

Die Flugsuchmaschinen Testsieger:

  1. Expedia (39 Punkte)
  2. Lastminute.de (38 Punkte)
  3. Opodo (36 Punkte)

Unsere Flugschumaschinen Test basiert nur auf einer Testbuchung. Die Daten können also abweichen. Bewertet wurde nach folgendem Muster: Für die drei Kategorien Endgültiger Kaufpreis, prozentuale Erhöhung und Visa-Gebühr wurden gestaffelt 0-10 Punkte vergeben. Gab es eine kostenlose Bezahlmethode wurden 10 Punkte hinzugefügt. Das Handling des Buchungsvorgangs setzt sich aus den Punkten Anzahl der Zusatzoptionen, Aufschlüsselung der Gebühren, Einrechnung der Zahlungsmittel, Einrechnung der Gepäckwünsche und Benutzerfreundlichkeit zusammen. Für jeden Unterpunkt wurden 0 bis 2 Punkte vergeben. Die zu erreichende Spitzenpunktzahl sind 50 Punkte.

Flugsuchmaschinen in der Übersicht:

Kaufpreis der Testbuchung(in Euro) Erhöhung bei Testbuchung(in %) Visa-Gebühr beim Test(in Euro) Gepäck einrechnen Zahlungsmittel einrechnen
Fluege.de 205,10 0 48,10 Nein Ja
Expedia 165,31 0 0 Nein Nein
Opodo  179,53 0 17,37 Nein Ja
Seat24 208,76 7 13,73 Nein Nein
Check24 188,80 7,3 13,80 Ja Nein
Lastminute.de 169,10 0 2,50 Nein Autom.
eBookers 182,12 3,5 6,31 Nein Nein
Flugladen 186,57 9,4 15,95 Nein Nein
Bravofly 200,48 0,2 21,40 Nein Ja
Travelgenio 189,95 4,4 16,45 Nein Nein
Logitravel 172,84 1,7 5,10 Nein Nein

Versteckte Kosten der Fluggesellschaften

Der Ticketpreis eines Fluges ist nicht gleich des Umsatzes, den die Fluggesellschaft einstreicht: Bei der Buchung eines Fluges fallen etliche Gebühren und Steuern an. Flughafengebühr, Mehrwertsteuer und Co. müssen vor der Buchungsbestätigung ersichtlich sein und für den Fluggast verständlich aufgeschlüsselt angezeigt werden. Ähnlich sieht es mit sogenannten „vermeidbaren“ Gebühren aus. Nicht angezeigt werden müssen hingegen Gebühren, die optional sind. Damit sind bspw. die Gepäckgebühr, die Kosten für Verköstigung oder der Zuschlag für das Check-in am Schalter gemeint. Um jegliche Art von Zusatzkosten bei Ryanair und Co. zu vermeiden, muss man wissen, welche Gebührenarten existieren. Wir haben für euch eine Übersicht über die verschiedenen Gebühren beim Flug erstellt.

Gebühren, die die Fluggesellschaft im Auftrag Dritter einsammelt:

Zu diesen gehören Luftsicherheitsgebühr, Flughafengebühr, Passagierentgelt, Sicherheitsentgelt, Positions– und Abstellentgelt, Bodenpersonalentgelt und die Versicherungen der Gesellschaft. Diese Gebühren können je nach Flughafenbeschaffenheit, Größe der Maschine und Politik der Fluggesellschaft schwanken. Die erhobenen Kosten müssen vom Fluggast, der seinen Flug antritt in jedem Fall bezahlt werden. Sie werden in der Regel vor der Buchung angezeigt. Allein bei der verpflichtenden Aufschlüsselung tun sich die Anbieter schwer.

Steuern

Auch diese sammelt die Fluggesellschaft im Auftrag Dritter, also des Staates, ein und auch hier besteht kein Verhandlungsspielraum. Luftverkehr-, Mehrwert-, Einreise- und Ausreisesteuer müssen gezahlt und korrekt ausgewiesen werden. Interessant ist dabei allerdings, dass Gebühren und Steuern, die die Fluggesellschaft im Auftrag Dritter einnimmt, bei Nichtantritt des Fluges zurückverlangt werden können. Beim Zurückfordern ist es wichtig zu wissen, welchen Teil des Ticketpreises Gebühren und Steuern umfassen. Die Gesellschaften sind zur Rückzahlung des Betrags verpflichtet. Manche Fluggesellschaften erheben dafür Bearbeitungsgebühren.

Flugzeug beim betanken

Flugzeug beim betanken

Gebühren, die eine versteckte Preiserhöhung darstellen

Die Bekannteste unter diesen ist die Kreditkartengebühr. Für die Bezahlung mit einer der gängigsten Zahlungsmodalitäten Visa, MasterCard und American Express werden mitunter horrende Summen verlangt. Das Problem: Auch andere Bezahlungsmethoden wie das Lastschriftverfahren oder die Sofortüberweisung kosten meist Gebühren. Ein Urteil des Bundesgerichtshofes gegen die Fluggesellschaft Ryanair von 2010 besagt, dass die Nutzung einer „gängigen Zahlungsmethode“ kostenfrei sein muss. An diese Regelung halten sich aber nicht alle. So lässt sich bei fluege.de bis heute nur mit der hauseigenen MasterCard gebührenfrei bezahlen. Die Kerosingebühr ist indes ein Sonderfall. Denn diese ist zwar de facto ebenfalls eine Preiserhöhung, wird aber in der Regel als Teil der unvermeidbaren Gebühren bei der Flugbuchung direkt angezeigt. Auch diese muss, zumindest nach deutschem Recht bei Nichtantritt des Fluges zurückgezahlt werden. Rückzahlungen sind noch drei Jahre im Nachhinein einklagbar.

Optionale Kosten

Pizza und Wasser: Bei Ryanair 13 Euro wert!

Pizza und Wasser: Bei Ryanair 13 Euro wert!

Vollkommen legal sind hingegen solche Gebühren, die das Fliegen nicht elementar beeinträchtigen. So ist es bei Billigfliegern mittlerweile üblich, dass die Gepäckmitnahme extra kostet. Schließlich ist die Beförderung auch lediglich mit Handgepäck gewährleistet. Die Gepäckgröße sollte indes gleich bei der Buchung korrekt angegeben werden. Will man im Nachhinein noch aufstocken, ist meist eine saftige Nachzahlung nötig. Zu den optionalen Kosten zählt das Check-in am Schalter. Hier bieten die meisten Billigflieger lediglich das Online Check-in mit Bordkarte zum eigenständigen Ausdrucken kostenfrei an. Dies ist aber meist nur einige Tage vor der Buchung möglich. Bei weiter auseinanderliegenden Hin- und Rückflügen muss demnach am Urlaubsort nach einem Internetzugang und einem Drucker gesucht werden. Immer mehr Fluggesellschaften bieten zudem ein Check-in am Automat im Flughafen an. Aber auch hier können Gebühren schlummern.

Tatsächlich vermeidbar ist hingegen die Verpflegung. Während früher ein Menü oder ein Sandwich selbst auf kurzen Flügen Standard war, bieten diesen Service standardmäßig nur noch die teureren Airlines an. Bei Ryanair und Co. ist das Menü mitunter sehr teuer. So kostet eine 150 ml Dose Cola bei Ryanair 2 Euro, eine Mini-Pizza 5 Euro. Für ein warmes Essen muss man bei einigen Fluggesellschaften an die 15 Euro hinlegen. Nicht gerade günstig! Günstiger ist es da, sich vor dem Flug oder spätestens im Boarding-Bereich um Verpflegung zu kümmern. Vor allem bei Kurz- und Mittelstreckenflügen.

Zusatzangebote (Versicherungen und Co.)

Versicherungen nicht während der Buchung abschließen!

Versicherungen nicht während der Buchung abschließen!

Auch dies kennt jeder. Während des ohnehin schon aufwendigen Buchungsprozesses muss man etliche Zusatzangebote wegklicken, um nicht Extrakosten zu verursachen. Und bevor man es richtig mitbekommen hat, hat man einen Sitzplatz am Notausgang für an die hundert Euro gebucht. Neben Sitzplatzreservierung zählen zu diesen Zusatzangeboten auch SMS-Benachrichtigung, Reiserücktrittsversicherungen und Priority Check-in bis zu Mietwagenangeboten oder Parkplatzreservierungen am Ankunftsort. Die meisten dieser Optionen sind unnütz bzw. günstiger zu organisieren. So lohnt sich eine Reiserücktrittsversicherung nur bei einem hohen Schadenswert, welcher in der Regel bei einem Economyflug nicht erreicht wird. Außerdem lassen sich mit ein wenig Rechercheaufwand meist günstigere Anbieter am Markt finden.

Die Flugsuchmaschinen setzen drauf, dass die Kunden keine Lust haben eigenständig einen Anbieter für die gewünschte Zusatzleistung herauszusuchen. So versuchen Sie den Kunden, den einen oder anderen Euro aus der Tasche zu ziehen. Zwar ist dieses Vorgehen genauso wie das ständige Wegklicken der Zusatzoptionen nervig, es ist aber vollkommen legal. Nach einem Urteil des Oberlandesgericht (OLG) Dresden aus dem Jahr 2011 dürfen diese Optionen allerdings nicht vorausgewählt sein. Aber auch hier hält sich nicht jeder Anbieter dran. Also heißt es bei der Buchung gut auf das Kleingedruckte und auf alle gesetzten bzw. nicht gesetzten Häkchen achten.

Zusammenfassung versteckte Kosten im Internet

Bei all diesem Gebührenchaos kann einem schon einmal schwindlig werden. Aber lasst euch nicht verwirren. Durch den korrekten Buchungsvorgang lässt sich mit einem kühlen Kopf einiges sparen. Dafür ist es wichtig zu wissen, welche Fluggesellschaften und Suchmaschinen sich an die Gesetzesvorgaben halten, bzw. welche Websites die Preise bereits nach der ersten Suche korrekt anzeigen. Schließlich nervt es, wenn man beim Vergleichen der Preise jeden Buchungsvorgang bis zum „Buchungsvorgang abschließen“-Button durchführen muss, um die korrekten Preise zu erhalten. Deswegen haben wir für euch eine Liste der bekanntesten Airlines, Billigflieger und Suchmaschinen und deren Vorgehensweise erstellt.

Bevor wir euch die Tabelle zeigen aber noch einen Hinweis: Werden im Anschluss an die bereits getätigte Buchung noch Gebühren erhoben, sollte auf jeden Fall über rechtliche Konsequenzen nachgedacht werden. Deswegen rät der Berliner Rechtsanwalt Jan Bartholl den Reisenden auf der Website anwaltauskunft.de „am Anfang der Flugbuchung immer einen Screenshot vom ursprünglichen Preis zu machen“. Anschließend kann der Screenshot an den Anbieter geschickt werden, mit der Bitte auf Rückerstattung. Am besten ist es aber die Portale und Websites zu meiden, die für solches Vorgehen bekannt sind. Uns bekannte Fälle haben wir in den folgenden Abschnitten aufgelistet.

Der Flugsuchmaschinen Test

Wer einen Flug über Preisvergleich-Suchmaschinen bucht, geht davon aus, den günstigsten Preis zu finden. Leider ist das nur teilweise der Fall. Denn nicht alle Suchmaschinen bzw. Online-Reisebüros führen alle Fluglinien auf und nicht alle zeigen nach dem ersten Suchvorgang die korrekten Preise an. Nach dem Suchvorgang können bei günstigen Flügen schon mal 50% des Preises oben drauf kommen. Deswegen lohnt sich in jedem Fall ein Vergleich der Vergleichsseiten. Bei welchen Portalen ihr mit Zusatzgebühren rechnen müsst, welche Seiten die Kosten vernünftig aufschlüsseln und bei welchen Anbietern es sich lohnt das Kleingedruckte zu lesen seht ihr hier. Für den Test haben wir bei den verschiedenen Plattformen versucht, vier Wochen im Voraus Hin- und Rückflug zwischen Berlin-Rom zu buchen. Zur Zahlung haben wir die Visa Card ausgewählt. Es wurde immer der günstigste Tarif ohne aufzugebendes Gepäck ausgewählt.

Fluege.de / ab-in-den-urlaub

Fluege.de ist bei den Zusatzangeboten penetrant

Fluege.de ist bei den Zusatzangeboten penetrant

Beginnen wir gleich einmal mit einem Problemfall. Fluege.de, ab-in-den-urlaub, flug24, flug.de, airline-direkt und billigfluege.de werden von der Leipziger Unister Holding GmbH betrieben bzw. kooperieren mit dieser und haben inhaltlich identische Angebote. Bei unterschiedlichem Layout benutzen alle denselben Rechner im Hintergrund. Verbraucherschützer haben das Unternehmen bereits mehrfach abgemahnt. Anfang 2015 gewannen die Verbraucherschützer ein Prozess vor dem OLG Dresden. Danach wurde die Website etwas modifiziert. In der linken Spalte lässt sich nun vorab auswählen, welches Zahlungsmittel genutzt werden soll. Kostenfrei ist allerdings weiterhin nur die Nutzung der firmeneigenen Kreditkarte.

Die Auflistung der einzelnen Posten wird teilweise unternommen. Die einzelnen Posten wie Flugpreis, Steuern, ServiceFee und Zahlungspauschale der Fluggesellschaft werden in einem kleinen Kasten angezeigt. Für alle Zahlungsmethoden, außer der firmeneigenen MasterCard Gold, dessen Nutzung ebenfalls mit Vorsicht zu genießen ist, entfällt pro Flug eine Servicegebühr in Höhe von 19,99 Euro. Bei manchen Fluggesellschaften entfällt die Zahlungspauschale bei der Nutzung der Visa Electron an. Visa Electron oder auch MasterCard Debit sind gebührenintensive, in Deutschland wenig verbreitete, „Prepaid“-Kreditkarten.

Zusatzoptionen wie Reiserücktrittsversicherung und flexibles Ticket werden versucht mit großer Penetranz an den Kunden zu bringen. So wird man, nach der obligatorischen Auswahl der Extraleistungen bzw. nach der Verneinung dieser Leistungen mit einem immer wieder aufploppenden Kasten genervt, der darauf aufmerksam macht, welche vermeintlichen Risiken mit dem Weglassen der Option verbunden sind. Will man bspw. auf die Reiserücktrittsversicherung verzichten wird einem gezeigt, dass Krankheiten auf Reisen das größte Problem darstellen.

Die Testbuchung:

  • Endgültiger Kaufpreis: 205,10 Euro (2 Punkte)
  • Anfangs angegebener Preis: 205,10 Euro – 0% Erhöhung (10 Punkte)
  • Zusatzgebühren bei Nutzung von VisaCard: 48,10 Euro (0 Punkte)
  • Kostenfreie Zahlungsmethode: firmeneigene MasterCard Gold (0 Punkte)
  • Auswählbare Zusatzoptionen bei Flugbuchung: flexibles Ticket, Reiserücktrittsversicherung, Service Paket, Gepäckversicherung, Auslandskrankenversicherung
  • Aufschlüsslung der Gebühren: teilweise
  • Gepäck einrechnen möglich: nein (es lassen sich aber Flüge ohne Freigepäck ausschließen)
  • Zahlungsmittel einrechnen möglich: ja
  • Bewertung Handhabung gesamt: 3 Punkte
  • Endbewertung: 15 von 50 Punkten

Expedia

Gebühren hängen manchmal von der Airline ab.

Beim Flugsuchmaschinen Testsieger Expedia hängen die Gebühren von der Airline ab

Die amerikanische Expedia Inc. ist einer der Global Player auf dem Markt. Auch wurde das Unternehmen, zu dem auch die Metasuchmaschine TripAdvisor gehört, des Öfteren der undurchsichtigen Gebühren bezichtigt. In unserem Test konnte das im Verband Internet Reiseanbieter organisierte Online-Reisebüro aber keine unlauteren Methoden nachgewiesen werden. Ganz im Gegenteil! Der Suchvorgang war zwar etwas klickintensiv, was mit der einen oder anderen Werbung für Zusatzprodukte während der Buchung zusammenhing, aber der Preis wurde korrekt angezeigt. Damit ist der Anbieter Testsieger.

Auch die Ausweisung der Posten war recht aufschlussreich. So wurden Flug, Steuern & Gebühren, Buchungspauschale und Kreditkartengebühr der Fluglinie einzeln ausgewiesen. In unserem Fall betrugen sowohl Buchungspauschale als auch Kreditkartengebühr 0 Euro. Dies wird sicher nicht immer der Fall sein. Abhängig von der Fluggesellschaft und der genutzten Kreditkarte kann dies variieren. Bei Air Berlin wurden mit der VisaCard 10 Euro berechnet. Die Buchungspauschale kann laut Expedia-Angaben zwischen 5 und 25 Euro liegen.

Leider konnte weder die Kreditkarte noch die Gepäckwünsche im Vorhinein angegeben werden. Außerdem musste während des Buchungsprozesses die Buchung des Expedia-Newsletters extra weggeklickt werden.

Die Testbuchung:

  • Endgültiger Kaufpreis: 165,31 Euro (10 Punkte)
  • Anfangs angegebener Preis: 165,31 Euro – 0% Erhöhung (10 Punkte)
  • Zusatzgebühr bei Nutzung von VisaCard: 0 Euro (10 Punkte)
  • Kostenfreie Zahlungsmethode: variiert nach Fluggesellschaft und Strecke (5 Punkte)
  • Auswählbare Zusatzoptionen bei Flugbuchung: Hotel, Mietwagen, Reiserücktritts- und Reiseschutzversicherung
  • Aufschlüsselung der Gebühren: teilweise
  • Gepäck einrechnen möglich: nein
  • Zahlungsmittel einrechnen möglich: nein
  • Bewertung Handhabung gesamt: 4 Punkte
  • Endbewertung: 39 von 50 Punkten

Opodo / eDreams

In der Vergangenheit ebenfalls öfter negativ aufgefallen ist Opodo. Nach einer Klage des Verbraucherschutzes vor dem Landgericht Berlin im Jahr 2014 hat das Online-Reisebüro aus London zu der auch der Reiseanbieter eDreams gehört allerdings einiges verändert. Heute bietet der von verschiedenen Fluggesellschaften bereits 2001 gegründete Anbieter eine Filteroption für die Zahlungsmethoden an. Ein Filter für Flüge ohne Freigepäck fehlt indes. Die ebenfalls beanstandete Werbung für Zusatzoptionen ist ebenfalls geblieben. Wer keine Reiserücktrittsversicherung will, muss diese zunächst abwählen, um dann anschließend die Abwahl in einem Pop-up-Fenster zu bestätigen.

Aufgeschlüsselt werden neben dem Flugpreis auch die Steuern, Servicepauschale und Zahlungsentgelt. Diese Entgelte variieren je nach Anbieter. Durch einige Kreditkarten fällt zudem die Servicepauschale in Höhe von 7 Euro pro Strecke weg. Am teuersten wird es übrigens mit der American Express, vor dem Urteil noch die einzige kostenfreie Zahlungsmethode. Aktuell kostenfrei ist u.a. die Buchung per Sofortüberweisung.

Die Testbuchung:

  • Endgültiger Kaufpreis: 179,53 Euro (7 Punkte)
  • Anfangs angegebener Preis: 179,53 Euro – 0% Erhöhung (10 Punkte)
  • Zusatzgebühr bei Nutzung von VisaCard: 17,37 Euro (4 Punkte)
  • Kostenfreie Zahlungsmethode: Sofortüberweisung, Entropay (10 Punkte)
  • Auswählbare Zusatzoptionen bei Flugbuchung: Reiserücktritts- und Reiseschutzversicherung, Servicepaket
  • Aufschlüsslung der Gebühren: teilweise
  • Gepäck einrechnen möglich: nein
  • Zahlungsmittel einrechnen möglich: ja
  • Bewertung Handhabung gesamt: 5 Punkte
  • Endbewertung: 36 von 50 Punkten

Seat24

Preissteigerung: Vorher 195,03, nachher 208,76 Euro.

Preissteigerung: Vorher 195,03, nachher 208,76 Euro.

Seat 24 hat einen schlechten Ruf. Des Öfteren finden sich im Internet Stimmen, die dem Unternehmen aus Finnland vorwerfen eine hohe Kreditkartengebühr zu verlangen, die erst während des Buchungsprozesses erscheint. Bei der Stiftung Warentest landete die Website 2014 auf dem letzten Platz der Flugsuchmaschinen. Tatsächlich wurden wir bei unserer Probebuchung fündig. Den auch bei anderen Suchmaschinen angezeigten Flug führte Seat24 zunächst ohne Zahlungsgebühren auf. Dadurch wurde der Preis um 7 % teurer.

Ein Filter, der die Gebühren direkt bei der Suche anzeigt, fehlt ebenso wie Voreinstellungen zum Gepäck. Zudem müssen etliche Zusatzangebote abgelehnt werden. Bei einigen, wie der Reiserücktrittsversicherung ploppt zudem ein Kasten auf, in dem die Nichtinanspruchnahme dieser Leistung bestätigt werden muss. Eine Auflistung der Preiskomponenten fehlt fast völlig. Lediglich die Zahlungsgebühr wird aufgeführt. Diese fällt bei nahezu allen Kreditkarten und bei der Sofortüberweisung an. Kostenfrei war allein die EuroCard.

Die Testbuchung:

  • Endgültiger Kaufpreis: 208,76 Euro (1 Punkt)
  • Anfangs angegebener Preis: 195,03 Euro – 7% Erhöhung (3 Punkte)
  • Zusatzgebühr bei Nutzung von VisaCard: 13,73 Euro (5 Punkte)
  • Kostenfreie Zahlungsmethode: Sofortüberweisung, Entropay (10 Punkte)
  • Auswählbare Zusatzoptionen bei Flugbuchung: Umbuchbares Ticket, Sitzplatz, Reiserücktritts-, Gepäck- und Reiseversicherung, mobiler Reiseplan, Buchungsnummer per SMS
  • Aufschlüsslung der Gebühren: nein
  • Gepäck einrechnen möglich: nein
  • Zahlungsmittel einrechnen möglich: nein
  • Bewertung Handhabung gesamt: 2 Punkte
  • Endbewertung: 22 von 50 Punkten

Check24

Check24-Site

Bekannt aus Funk und Fernsehen – Check 24

1999 in München gegründet ist das Vergleichsportal Check24 eine deutsche Erfolgsgeschichte. Zunächst als Kfz-Versicherungsvergleich gestartet ist das Unternehmen heute in allen Bereichen tätig. Die Flug-Hotel-Mietwagen Sektion wurde im Jahr 2010 gestartet.

Für seinen Flugsuchmaschinenvergleich bescheinigte die Stiftung Warentest im August 2014 Check24 einen ordentlichen Job: „Wer sich anmeldet, so das Ergebnis der Stichprobe, kann durchaus günstige Flüge ohne Aufschlag buchen.“ Da wir uns für die Testbuchung nicht angemeldet haben, kann diese Meinung nur teilweise unterstützt werden. Bei unserer Testbuchung fanden wir keine kostenfreie Zahlungsmethode vor. Dies existiert wohl nur für angemeldete Kunden. Auch das Einrechnen der Zahlungsgebühren durch die Angabe der bevorzugten Zahlungsmethode war während des Flugpreisvergleichs nicht möglich.

Dafür konnte ein Gepäckstück einwandfrei bei der Buchung mit eingerechnet werden. Positiv ist zudem die dezente Werbung. Die drei angebotenen Zusatzleistungen ließen sich einfach abwählen und lediglich die Check24-Mitgliedschaft war vorausgewählt. Bis zur Eingabe der Kreditkartendaten gab es erstaunlicherweise nicht mal ein passendes Hotel oder Mietwagenangebot. Aufgeschlüsselt wurden die Teilkosten nur sehr sporadisch, sodass in unserer Bewertung ein „Nein“ notiert wurde.

Die Testbuchung:

  • Endgültiger Kaufpreis: 188,80 Euro (5 Punkte)
  • Anfangs angegebener Preis: 175 Euro – 7,3% Erhöhung (3 Punkte)
  • Zusatzgebühr bei Nutzung von VisaCard: 13,80 Euro (5 Punkte)
  • Kostenfreie Zahlungsmethode: keine für Nicht-Kunden (0 Punkte)
  • Auswählbare Zusatzoptionen bei Flugbuchung: Reiserücktrittsversicherung, Premiumservice, Rail & Fly
  • Aufschlüsslung der Gebühren: nein
  • Gepäck einrechnen möglich: ja
  • Zahlungsmittel einrechnen möglich: nein
  • Bewertung Handhabung gesamt: 5 Punkte
  • Endbewertung: 18 von 50 Punkten

Lastminute.de

Lastminute.com hat schon einiges mitgemacht. Bereits während der Dotcom-Blase war das Unternehmen an der Londoner Börse gelistet. 2011 wurde eine europäische Marketingstrategie entworfen. Seitdem sorgt der Anbieter auch in Deutschland für Furore. In England stand das Unternehmen lange in der Kritik, die Kunden ungewollt zur Mitgliedschaft zu zwingen. Bei unserer Testbuchung tauchten aber keine derartigen Probleme auf.

Im Gegenteil: Die Zahlungsbedingungen waren sogar äußerst positiv. Der zunächst angegebene Preis beinhaltete ohne die Nutzung eines Filters gleich die fällige Kreditkartengebühr. Bei der späteren Auswahl des Zahlungsmittels wurde der Preis bei der Nutzung der Diners Kreditkarte reduziert. Sofortüberweisung oder Lastschrift waren nicht möglich. Bei unserer Probebuchung konnte lastminute.de dennoch einen günstigen Preis anbieten.

Negativ muss jedoch das lange Buchungsverfahren, mit etlichen Klicks – u.a. zum Wegklicken der Zusatzleistungen – erwähnt werden. Zudem ist die Ausweisung der Steuern & Gebühren nicht vollständig und nicht sonderlich übersichtlich. Steuern & Flughafengebühren sowie Buchungsgebühren wurden in zwei verschiedenen Übersichten angezeigt.

Die Testbuchung:

  • Endgültiger Kaufpreis: 169,10 Euro (9 Punkte)
  • Anfangs angegebener Preis: 169,10 Euro – 0% Erhöhung (10 Punkte)
  • Zusatzgebühr bei Nutzung von VisaCard: 2,50 Euro (9 Punkte)
  • Kostenfreie Zahlungsmethode: Diners Club (5 Punkte)
  • Auswählbare Zusatzoptionen bei Flugbuchung: Hotels, Mietwagen, diverse Versicherungen
  • Aufschlüsslung der Gebühren: teilweise
  • Gepäck einrechnen möglich: nein
  • Zahlungsmittel einrechnen möglich: ist automatisch eingerechnet
  • Bewertung Handhabung gesamt: 5 Punkte
  • Endbewertung: 38 von 50 Punkten

eBookers

Teilweise werden bei eBookers die Gebühren aufgeschlüsselt.

Teilweise werden bei eBookers die Gebühren aufgeschlüsselt.

Auf dem Online-Reisebüro eBookers findet man ab und an schon mal ein gutes Reise-Schnäppchen. Bei der Flugsuche ist der Anbieter aus London allerdings eher Mittelmaß. Zwar überzeugt die klare, werbungsarme Oberfläche und auch der endgültige Kaufpreis bei unserer Testbuchung, aber dafür fehlt dem System die Möglichkeit Zahlungsmittel oder Gepäck vorab auszuwählen.

Bei unserer Testbuchung wurden die Gebühren, wie bei allen Anbietern zudem nur teilweise aufgeschlüsselt. Im Gegensatz zu anderen Anbietern erhielt man bei eBookers aber eine gute Erläuterung zu den Gebühren. Interessant ist zudem die Aufschlüsselung der Kreditkartengebühren:  Ehrlicherweise gab eBookers an, dass man bei der Buchung über die Flugsuchmaschine die Kreditkartengebühr zweimal zahlt – einmal an die Fluggesellschaft und einmal an eBookers. Bei der Buchung mit der American Express fielen übrigens die eBookers-Gebühr in Höhe von 2 Euro weg.

Die Testbuchung:

  • Endgültiger Kaufpreis: 182,12 Euro (7 Punkte)
  • Anfangs angegebener Preis: 175,81 Euro – 3,5 % Erhöhung (7 Punkte)
  • Zusatzgebühr bei Nutzung von VisaCard: 6,31 Euro (7 Punkte)
  • Kostenfreie Zahlungsmethode: keine (0 Punkte)
  • Auswählbare Zusatzoptionen bei Flugbuchung: Hotels, Mietwagen, diverse Versicherungen
  • Aufschlüsslung der Gebühren: teilweise
  • Gepäck einrechnen möglich: nein
  • Zahlungsmittel einrechnen möglich: nein
  • Bewertung Handhabung gesamt: 4 Punkte
  • Endbewertung: 25 von 50 Punkten

weitere Anbieter im Überblick:

Flugladen: Kaufpreis: 186,57 Euro (6 Punkte), 9,4 % Erhöhung (1 Punkt), VisaCard-Gebühr: 15,95 Euro (4 Punkte), Kostenfreie Zahlungsmethode: u.a. Sofortüberweisung (10 Punkte), Handhabung gesamt (2 Punkte) – Endbewertung: 23 von 50 Punkten

Bravofly: Kaufpreis: 200,48 Euro (3 Punkte), 0,2 % Erhöhung (9 Punkt), VisaCard-Gebühr: 21,40 Euro (2 Punkte), Kostenfreie Zahlungsmethode: Maestro (10 Punkte), Handhabung gesamt (2 Punkte) – Endbewertung: 23 von 50 Punkten

Travelgenio: Kaufpreis: 189,95 Euro (5 Punkte), 4,4 % Erhöhung (6 Punkt), VisaCard-Gebühr: 16,45 Euro (4 Punkte), Kostenfreie Zahlungsmethode: American Express (10 Punkte), Handhabung gesamt (4 Punkte) – Endbewertung: 29 von 50 Punkten

Logitravel: Kaufpreis: 172,84 Euro (8 Punkte), 1,7 % Erhöhung (8 Punkt), VisaCard-Gebühr: 5,10 Euro (8 Punkte), Kostenfreie Zahlungsmethode: u.a. PayPal (10 Punkte), Handhabung gesamt (1 Punkt) – Endbewertung: 35 von 50 Punkten

Fazit

Die hier aufgeführte Flugsuchmaschinen Test ist nur eine Momentaufnahme. Da die Unternehmen eine vollkommen undurchsichtige Preispolitik betreiben, müsste für einen validen Vergleich eine Langzeitstudie geführt werden. Dies kann unsere Testbuchung nicht leisten. Sie bildet aber einen Einblick in die Methoden der Unternehmen. Abgeraten werden kann in jedem Fall nach diesem Test von Angeboten der Unister GmbH.

Weiterhin ist uns aufgefallen, dass keine der Flugsuchmaschinen und Online-Reisebüros die Gebühren vollkommen aufgeschlüsselt anzeigt. Um diese Information zu erlangen, muss man auf die Websites der Fluggesellschaft gehen. Auch bei der Kreditkartengebühr halten sich einige Unternehmen, wie eingangs erwähnt, nicht so ganz an das Gesetz. Man kann sich vorstellen, dass das zu Problemen bei der Stornierung bzw. der Rückererstattung der Kosten führen kann. Beim Stöbern durch die Foren tauchte dieses Problem dann auch des Öfteren bei verschiedenen Anbietern auf.

So bleibt abschließend nur der Rat: Über die Flugsuchmaschinen ist eine Buchung nur empfehlenswert, wenn sie einen wirklichen Preisvorteil gegenüber der Fluggesellschaft bringen und wenn die Reise definitiv angetreten werden soll. Kontrolliert dazu am besten zunächst eine der Suchmaschinen und anschließend die Website der Fluggesellschaft, die laut Suchmaschine den günstigsten Flug anbietet. Bucht anschließend direkt über die Fluggesellschaft.

Teil 2: Wollt ihr wissen, welche Zusatzkosten Billigflieger bei Direktbuchung erheben? Hier findet ihr unseren Billigflieger-Vergleich.

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