Unbesorgt reisen: Die Wahrheit über das Zika-Virus

Die Meldungen über das Virus, das sich hauptsächlich in Süd- und Mittelamerika ausbreitet und unter anderem zu Behinderungen bei Ungeborenen führen kann, beunruhigen viele (bald) Reisende. Wir haben hier ein paar Infos gesammelt, die ihr über das Virus wissen solltet, ebenso Tipps, wie ihr das Risiko einer Infektion verringern könnt.

Das Zika-Virus klingt gefährlich und ist es sicherlich auch. Dennoch können eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen dazu führen, dass eine Ansteckung minimiert wird. Das Wichtigste ist jedoch immer: don’t panic!

Was ist das Zika-Virus?

Das Virus wird wie andere Krankheiten auch über eine Stechmücke der Gattung Aedes übertragen. Anschließende Symptome sind Fieber, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Hautausschlag und Bindehautentzündung, welche 1-12 Tage nach einer Infektion auftreten. Noch gibt es weder eine Impfung, noch ein spezifisches Medikament, die Behandlung erfolgt über gängige zum Beispiel Fieber senkende Wirkstoffe, Ruhe und sehr viel Flüssigkeit.

Keine Angst

Obwohl die WHO (Weltgesundheitsorganisation) eine „Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen hat, besteht für Reisende kein Grund zu Panik. Bei den meisten Betroffenen hält der Krankheitszustand nur ca. eine Woche an. Anschließend ist die Person mit ziemlicher Sicherheit zeitlebens immun gegen das Virus. Bei Schwangeren allerdings sieht die Situation anders aus: Höchstwahrscheinlich führt das Zika-Virus zu einer Fehlbildung des Kopfes von Neugeborenen sowie zu teilweise erheblichen bleibenden neurologischen Schäden.

Betroffene Länder

Das am meisten betroffene Land ist derzeit Brasilien, jedoch erfolgte in den letzten Wochen und Monaten eine Ausweitung in die benachbarten Länder vor allem nördlich und westlich wie Bolivien, Kolumbien und Venezuela, sowie nach Mittelamerika und den karibischen Raum, wo mittlerweile jeder Staat Erkrankungen zu verzeichnen hat. Auch im afrikanischen Raum infizieren sich ab und zu Menschen mit dem Virus, wobei sich hier bislang keine Gefährdung für Schwangere und Babys feststellen ließ.

Was bedeutet das für Reisende?

Personen, die in näherer Zukunft nach Süd- oder Mittelamerika reisen, sollten sich der Gefahr einer Ansteckung bewusst sein. Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Urlaub verschoben oder abgesagt werden muss. Dies ist nur in Ausnahmefällen von Nöten.

Schutz

Wie bei anderen von Mücken übertragenen Krankheiten auch wird dringend empfohlen, folgende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen:

  • Verwendung von Insektensprays für Körper und Raum
  • Anbringung eines Moskitonetzes über dem Bett
  • Vor allem nachts Bekleidung wie lange Hosen und Oberteile
  • Vermeiden von stehenden Wasserstellen (Blumentöpfe, stehender Teich etc.)
  • Bei längerem Aufenthalt: Anbringen eines Fliegengitters, einer Klimaanlage oder sogar eines Elektrischen Biozidverdampfers

Da noch nicht nachgewiesen ist, ob sich das Virus auch zwischenmenschlich über Körperflüssigkeiten verbreiten kann, wird zudem auch bei sexuellen Aktivitäten zu besonderer Vorsicht geraten. Alleine durch das Einhalten dieser Ratschläge kann das Infektionsrisiko um bis zu 90% gesenkt werden. Selbstverständlich ist es wichtig, auch noch in den Wochen nach der Rückkehr eventuelle Symptome zu beobachten und einen Tropenmediziner zu konsultieren.

Rücktritt

Da für Schwangere bzw. ihr Baby ein erhöhtes Risiko von Folgeschäden besteht, sollten diese derzeit nicht in betroffene Länder reisen. Die meisten Fluggesellschaften sind diesbezüglich derzeit sehr kulant und bieten kostenlose Umbuchungen oder eine vollständige Rückerstattung an, jeweils inklusive der Begleitperson/-familie. Für die genauen Konditionen informiert euch bitte bei eurer jeweiligen Fluggesellschaft. Fast alle haben hierzu bereits eine eigene Hotline oder Email-Adresse eingerichtet, die ihr meistens unter „Service“ und einer eigenen Kategorie „Zika-Virus“ finden könnt.

Reisepass

Ähnliche Krankheiten

Obwohl das Zika-Virus derzeit omnipräsent scheint, darf nicht vergessen werden, dass auch andere, teilweise weitaus gefährlichere und schmerzhaftere Krankheiten über ähnliche Stechmücken übertragen werden können. Hierzu zählen das Dengue- und das Gelbfieber ebenso wie Malaria. Oben genannte Schutzmaßnahmen sind daher in jedem Fall einzuhalten, auch wenn ihr meint, euch nicht unbedingt in einer akut betroffenen Region des Zika-Virus aufzuhalten.

Weiterführende Informationen sowie aktuelle Meldungen erhaltet ihr beim Auswärtigen Amt und beim Robert Koch Institut (RKI).

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