Air Berlin Schalter Check in
Der Check-in: Bei Air Berlin noch kostenlos / Bild: blu-news.org, CC-BY-SA-2.0

Wer schon einmal mit einem Billigflieger geflogen ist, weiß, dass es auch mit diesen Gesellschaften mitunter teuer werden kann. Die geringeren Flugkosten werden durch Einschränkungen und überhöhte Extragebühren finanziert. So kann sich der günstige Anfangspreis bei Extra-Gepäckwünschen, einem Check-in am Schalter oder einer Umbuchung schon mal um ein Vielfaches erhöhen. Im Gegensatz zu Flugsuchmaschinen sind Gesetzesverstöße allerdings selten. Lediglich Branchenprimus Ryanair macht immer wieder durch unlautere Methoden auf sich aufmerksam.

Im Großen und Ganzen gilt bei den Billigfluggesellschaften: Wer das Kleingedruckte bei der Buchung genausten studiert und keinerlei Sonderwünsche hat, der kann mit den Fliegern von Ryanair, Easyjet und Co. günstig an den Urlaubsort kommen. Der Billigflieger Vergleich: Im zweiten Teil unseres Zusatzkosten Tests haben wir uns die Methoden der Billigfluggesellschaften verglichen und geguckt, welche drei Anbieter die wenigsten Stolpersteine in die AGBs eingebaut haben. In unserer Kategorie Flüge findet ihr aktuelle Angebote der Billigairlines.

Das Billigflieger Ranking:

  1. Norwegian Air (6 Punkte)
  2. Germanwings (5,5 Punkte)
  3. Vueling (5 Punkte)

Unsere Billigflieger Vergleich basiert allein auf den Gebührenverordnungen. Hier wurden je 1-3 Punkte für die Kategorien „Kosten Gepäck“, „Kosten Übergepäck“, „Kinderpreis“ und „Preis für günstigste Sitzplatzreservierung“ vergeben. Zudem gab es Extrapunkte für jede Zusatzleistung. Für Extragebühren wie beim Check-in am Schalter wurden wiederum Punkte abgezogen. Eine zu erreichende Gesamtpunktzahl gab es demnach nicht.

Die Billigflieger Übersicht:

  Gepäckgebühr / Gewicht Gebühr Übergepäck Handgepäck Größe/Gewicht Gebühren VisaCard Gebühr Umbuchung Reservierung Sitzplatz Extras
Ryanair 15-35€ / 15kg 10€ pro kg 55x40x20cm / 10kg 2% vom Preis 30 – 60€ 5,99 – 15€ 2. Handgepäck (35x20x20xm)
Easyjet 16-29€ / 20kg 13€ pro kg 56x45x25cm / k.A. 2% vom Preis 42€ + 2% vom Preis 2,99 – 21,99€

Norwegian Air 12€ / 20kg 11€ pro kg 55x40x23cm / 10kg keine 45€ 9-19€ W-LAN an Bord, günstig für Kinder
Flybe 19€ / 15kg 20€ pro kg 55x40x23cm / 10kg 3% vom Preis 45€ pro Änderung 9-22€

Air Berlin 15€ / 23kg 50€ für 9kg 55x40x23cm / 10kg 10€ pro Buchung Nicht möglich 9,99 – 29,90€ Essen an Bord, giroPay kostenlos
Germanwings 15€ / 23kg 50€ für 9kg 55x40x23cm / 8kg 2% vom Preis + 10€ 85€ 8 – 90€ Upgrade günstig
Vueling 13-30€ / 23kg 12€ pro kg 55x40x20cm / 10kg 3% vom Preis 45€ 3,99 – 16,99€ Sofortbanking kostenfrei
TUIfly 10€ / 15kg 10€ pro kg 55x40x20cm / 6kg 7,50€ pro Buchung Nicht möglich 13 – 40€ günstig für Kinder

Entstehung der Billigflieger

southwest-Air-Flugzeug
Mit der Southwest fing alles an

Einleuchten sollte es jedem: Damit die Billigairlines günstige Ticketpreise anbieten können, müssen sie an irgendeiner Stelle einsparen. Einer der ersten Low-Cost Carrier war die Southwest Airline, die 1971 ihre ersten Maschinen in die Luft schickte. Die Idee war einfach: Durch ein kleines, anfangs nur auf den US-Bundesstaat Texas beschränktes Flugnetz, nur einer Flugzeugklasse, nur Direktflüge und den damit verbundenen geringeren Betriebskosten konnte die Southwest ihre Konkurrenz um ein Vielfaches unterbieten. Von Dallas nach Houston zahlte man anfangs nur 10 Dollar.

Damit war das Ende des „alten Fliegens“ eingeläutet – Die Zeiten, in denen allein die Reichen und Schönen Champagner und Tomatensaft schlürfend durch die Lüfte glitten, waren vorbei. Die 1970er Jahre gelten als Zeit, in der das Fliegen für jeden erschwinglich wurde. Gründe dafür waren neben den größeren Maschinen, die weniger Betriebskosten verursachten auch die Liberalisierung des amerikanischen Flugverkehrs. Dort hatte der Airline Deregulation Act die Öffnung des Marktes für Gesellschaften wie Southwest überhaupt erst möglich gemacht. Weltweit zog die Konkurrenz nach.

Ryanair CEO O'Leary
Ryanair CEO O’Leary / Bild: Asqueladd

Während auch in Europa in den 70ern die Preise fielen, begann die Entwicklung des Billigflieger-Segments hierzulande erst gut 20 Jahre später. Einer der wichtigen Entscheider dieser Zeit heißt Michael O‘Leary. 1993 übernahm der Ire, zuvor von Southwest Chef Herb Kelleher in das Konzept der Billigfluggesellschaften eingeweiht, den Chefsessel bei der maroden irischen Fluggesellschaft Ryanair. Innerhalb kurzer Zeit führte er ein ganz eigenes Billigflieger-Konzept ein. Während Grundsätze, wie nur Direktflüge und keine Langstreckenangebote von der Southwest übernommen wurden, wandte O‘Leary zudem das „No frills“-Konzept („zahle nur, was du benötigst“) auf seine Airline an. So wurden mehr Sitzplätze durch geringere Sitzplatzabstände geschaffen, das Personal verringert und Speisen sowie Getränke kostenpflichtig. 1997 wagte sich Ryanair auf das europäische Festland.

Da das Konzept funktionierte, zogen innerhalb kurzer Zeit andere Fluggesellschaften nach. British Airways gründete die Billigsparte Go, die niederländische KLM war mit Buzz von der Partie und ebenfalls in England gründete der griechische Geschäftsmann Stelios Haji-Ioannou die Billigfluggesellschaft Easyjet. In Deutschland stieg 2002 Air Berlin in das Billigflugsegment ein. Die Lufthansa war mit Germanwings und TUI mit HLX dabei. Damit begann ein erbitterter Preiskrieg, der das erste 2000er Jahrzehnt beherrschen sollte. Tickets von London nach Berlin waren in dieser Zeit teilweise für unter 10 Euro zu haben. Diese Kampfpreise zogen weitere Einsparversuche und versteckte Zusatzkosten bei Ryanair und Co. nach sich. Online Buchungen wurden zum Standard, die Gepäckaufgabe wurde kostenpflichtig, genauso wie die Nutzung der Kreditkarte als Zahlungsmittel. Bei Ryanair wurde zeitweise sogar darüber nachgedacht, den Toilettengang an Bord kostenpflichtig zu machen oder gar Stehplätze anzubieten.

Der Preiskampf führte zur Marktregulierung und zur Etablierung des Billigflugsegments: Go wurde 2002 von Easyjet übernommen, Buzz ein Jahr später von Ryanair, HLX 2007 eingestellt – 2011 flogen nach Angaben des „Low Cost Monitors“ 26% der europäischen Fluggäste mit einem Billigflieger. Heute ist der Markt konsolidiert. Die Marktführer Ryanair und Easyjet besetzen zusammen mehr als die Hälfte des europäischen Billigflugsegmentes. So ziehen auch die Preise wieder an. Heute kostet ein Flug von London nach Berlin bei Ryanair im Schnitt zwischen 20 und 30 Euro.

Wie können die so billig sein?

Wann eine Fluggesellschaft als Billigflieger bezeichnet wird, ist nirgendwo definiert. Allein die schwammige Variable niedriger Preis definiert die Sparte. Wie oben bereits erwähnt, können niedrige Preise über eine längere Zeit allein durch Minimierung der Kosten erzielt werden. An dieser Stelle haben wir die gängigsten Methoden zur Einsparung benannt und erläutern die Merkmale, die die meisten Billigfluggesellschaften aufweisen:

Das wichtigste Merkmal einer Billigfluglinie ist die Beschränkung auf Direktverbindungen. Bei Umsteigeverbindungen müssen die Fluggesellschaften die Verantwortung für den Anschlussflug übernehmen. Das heißt, dass Flugzeuge aufeinander warten müssen, was wiederum zu geringeren Auslastungszeiten der Maschinen und längeren Aufenthaltszeiten der Maschinen an Flughafen führt.

Entfernung von Frankfurt nach Hahn
120km-Strecke: Von Hahn nach Frankfurt

Die meisten Billigfluglinien beschränken sich zudem auf nur einen Flugzeugtyp. Das erleichtert die Wartung, die Einarbeitung der Mitarbeiter und macht die Maschinen austauschbar. Eine defekte Maschine kann so schnell durch eine andere ersetzt werden. Auch dies verkürzt wiederum die Aufenthaltszeiten am Flughafen. Die Southwest hat bspw. an manchen Flughäfen nur 10 Minuten durchschnittliche Wartezeit.

Die Aufenthaltszeiten sind deshalb so wichtig, weil die Flughäfen Gebühren für diese nehmen. Diese Gebühren lassen sich auch dadurch senken, dass kleinere, weiter außerhalb liegende Flughäfen, angeflogen werden. So fliegt Easyjet vom 50km nördlich Londons gelegenen Flughafen Luton. Ryanair hat sich den ehemaligen Militärflughafen Hahn zu eigen gemacht und ihn mit dem Namenszusatz Frankfurt versehen. Die Finanzmetropole am Main liegt gut 100km östlich.

Wichtig ist für die Low-Cost Airlines auch eine möglichst gute Auslastung der Flugzeuge. Dies wird meist durch gestaffelte Preisangebote und günstigen Last Minute Deals erreicht. Mit dieser Strategie erzielt Ryanair alljährlich eine Auslastung um die 90%. Linienfluggigant Lufthansa verkündete für Januar 2014 stolz eine Auslastung von 75,6%. Billigfluggesellschaften sind auch schnell dabei, schlecht laufende Strecken einzustellen.

Bei allen Fluglinien mittlerweile üblich ist die Internetbuchung. Dabei wird vergessen, dass Ryanair, Easyjet und Co. diese Bezahlmethode salonfähig machten. Bis heute setzten die meisten Billigairlines allein auf den Internethandel. Die Kooperation mit physischen Reisebüros findet nicht statt. Dadurch kann jede Menge Verwaltungsaufwand eingespart werden. Den Job der Reisebüros übernehmen heute Websites wie expedia, swoodoo und check24.

Auch am Flughafen und an Bord wird Personal eingespart. Ryanair fliegt grundsätzlich nur mit der zugelassenen Mindestcrewstärke und auch am Boden finden sich immer weniger Mitarbeiter des Konzerns. Das Check-in wird mittlerweile häufig bereits von zu Hause online übernommen. Wer das verpasst hat, kann am Automaten am Flughafen einchecken. Der Check-in am Schalter kostet bei einigen Gesellschaften ebenfalls Gebühren. Bei Ryanair muss man dafür 45 Euro bezahlen.

Viele Billigflieger beschränken sich zudem auf Kurz- und Mittelstrecken. Langstrecken rentieren sich aufgrund der geringen Gewinnspannen in der Regel in diesem Segment nicht.

Neben diesen logistischen Einsparungen bekommen die Kunden auch immer stärker die verringerte Servicequalität zu spüren. Durch die Zahlung von Gebühren lassen sich die meisten dieser Serviceangebote heutzutage hinzubuchen:

Sitz im Flugzeug
Beinfreiheit ade!

Angefangen werden kann hier bei der Verringerung der Sitzabstände. Die Fluggesellschaften können dadurch mehr Passagiere zur gleichen Zeit transportieren. Im Gegensatz zu 81,3cm bei Singapore Airlines beträgt der Sitzabstand bei Ryanair nur 76 cm. Die damit geringere Beinfreiheit kann aber durch die kostenpflichtige Reservierung eines Sitzes am Notausgang oder in einer besonderen Sitzklasse ausgeglichen werden. Diese Sitzplätze kosten indes meist einiges.

Ähnlich verhält es sich mit dem Freigepäck. Bei Billigfliegern darf in der Regel nur Handgepäck mitgenommen werden. Eine einzucheckende Tasche kostet Aufpreis. Während sich der Preis für die erste Tasche meist noch im Rahmen hält, werden für die folgenden Taschen oft hohe Gebühren verlangt. Wer mit viel Gepäck reist, ist demnach bei Linienfluggesellschaften meist besser aufgehoben.

Auch ein Vielfliegerprogramm fehlt meistens. Somit können keine Meilen gesammelt und für spätere Flüge eingesetzt werden. Solche Bonusprogramme dienen für gewöhnlich der Kundenbindung. Billigfluglinien definieren Kundenbindung allein durch die günstigen Preise. Das erspart Verwaltung- und Werbungskosten. Manche Billigliner bieten Meilen auch als Sonderleistung gegen Gebühren an.

Eine der ersten Einsparungen von Ryanair war die Streichung der obligatorischen Flugzeugmahlzeit. Bei den Iren muss man seitdem für Essen und Trinken bezahlen – und das nicht zu knapp. Meist lohnt es sich daher, sein eigenes Pausenbrot mitzubringen und ein Wasser im Boarding-Bereich zu erwerben. Auch dies wollte der britische Anbieter Flybe seinen Kunden 2007 verbieten, machte allerdings wegen schlechter Presse einen Rückzieher.

Versicherungen: Ein lukrativer Zuverdienst
Versicherungen: Ein lukrativer Zuverdienst

Eine weitere Serviceeinsparung ist die Weitergabe der Kreditkartengebühr an die Kunden. Durch diese Zusatzkosten erhöhen sich die Kosten bei den meisten Buchungen um 2-3 % Prozent. Vor einem Urteil des Berliner Kammergerichts 2009 gegen Ryanair waren diese noch höher bzw. basierten auf einem Festbetrag. Heute bieten die meisten Gesellschaften eine gängige, kostenfreie Buchungsmethode an.

Neben diesen Logistik- und Serviceeinsparungen versuchen die Low-Cost Liner durch Zusatzangebote Gewinne einzustreichen. So werden bei der Buchung Reiserücktrittsversicherungen, Hotelreservierungen oder Mietwagen am Ankunftsort angeboten. Wie bei den Flugsuchmaschinen gilt hier aber auch: Die meisten solcher Angebote sind bei eigenständiger Recherche günstiger zu erwerben. Zudem sind einige Versicherungen unnötig. So kann eine Auslandskrankenversicherung für das entsprechende Land ggf. schon in Eurem Krankenkassentarif integriert sein.

Der Billigflieger Vergleich

Wer jetzt bei einem der Billigfluggesellschaften buchen will, weiß, worauf man achten muss, damit die Kosten nicht plötzlich in die Höhe steigen. Allerdings ist der eine oder andere Punkt gar nicht so einfach herauszufinden. Wir haben uns deswegen für euch durch die Gebührenverordnungen der Billigairlines gewühlt und die wichtigsten Posten herausgeschrieben. Anschließend wurde zur Überprüfung eine Testbuchung durchgeführt. In der folgenden Tabelle erhaltet ihr einen Überblick über die Serviceleistungen, Zusatzgebühren und Extraangebote der Airlines.

Die Auswahl der Gesellschaften richtete sich nach den wöchentlichen Abflugzahlen von Flughäfen in Europa:

Rang Fluggesellschaft Starts pro Woche
1. Ryanair 7.480
2. Easyjet 6.017
3. Norwegian 2.799
4. Flybe 2.696
5. Air Berlin 2.489
6. Germanwings 1.740
7. HOP! 1.654
8. Vueling 1.653
Die Zahlen basieren auf dem „Low Cost Monitor 1/2014“. Gemessen wurden die Starts in einer Januarwoche im Jahr 2014. Dabei wurden jeweils beide Richtungen einer Strecke gewertet.

Die französische Air France Tochter „HOP!“ wurde nicht mitbewertet, da sich der Großteil der Flüge innerhalb Frankreichs abspielt. Eine Erweiterung der Routen auf ganz Europa begann im März 2013. Die vom „Low Cost Monitor“ nicht als Billigflieger gewertete Fluggesellschaft TUIfly haben wir dafür in diese Liste aufgenommen, obwohl sie auch Linienflüge anbietet. Online ist bei TUIfly allerdings nur der Low-Cost Tarif erhältlich. Bei unserer Testbuchung haben wir immer den günstigsten Tarif ausgewählt. Die Gepäckgebühren beziehen sich auf das kleinste zubuchbare Gepäckstück.

Ryanair (2 Punkte)

Ryanair-Flugzeug
Zusatzkosten sind bei Ryanair gang und gäbe

Der schon oft erwähnte Branchenprimus kommt aus Irland. Seine Fühler streckte das 1985 gegründete Unternehmen, nach dem Einstieg in die innerbritannische Billigflugsparte 1994, ab 1997 nach ganz Europa aus. Der 1993 zum Unternehmen gestoßene Michael O‘Leary krempelte die verstaubte Fluggesellschaft der Familie Ryan um. Der eigenständig ausgebaute Flughafen Frankfurt-Hahn dient dabei als Festland-Basis. Auch in die Flughäfen von Bremen und Stockholm Skavsta hat Ryanair investiert. Von hier fliegen die blauen Ryanair-Jets auf 985 Strecken in 25 europäische Länder und nach Marokko. Deutschlandweit liegt der Anbieter damit aber noch hinter Air Berlin und Germanwings auf Platz drei: Marktanteil 8,2%.

Bei den Zusatzkosten ist Ryanair immer wieder Vorreiter. So versuchten die Iren als erste, Gebühren für die Kreditkartenzahlung zu nehmen. Die 2009 ist Spiel gebrachte Toilettengebühr wurde allerdings wieder verworfen. Aktuell wird der Anbieter wegen der Check-in-Gebühr am Schalter kritisiert. Wer nicht online eincheckte, musste bis vor kurzem noch 70 Euro nachzahlen. Dieser Betrag wurde nun auf 45 Euro gesenkt. Aber das Problem bleibt der Zeitraum. Damit der Online Check-in mehr als 7 Tage im Voraus vorgenommen werden darf, muss ein Zusatzpaket gebucht werden. Wer also sparen will, muss ggf. im Urlaub ein Internetcafé aufsuchen, um für die Rückfahrt einzuchecken. Die weiteren Gebühren von Ryanair halten sich im Rahmen. Günstig ist bei Ryainair im Vergleich nur das Übergepäck.

  • Gepäckgebühr: Nebensaison: 15-20 Euro (15 kg), Hochsaison: 25-35 (15 kg)
  • Übergepäck: 10 Euro pro kg (1 Punkt)
  • Handgepäck: 10kg und 55x40x20cm plus eine weitere Tasche mit 35x20x20cm
  • Sondergepäck: 20 -120 Euro
  • Kinder: 20 Euro unter 2 Jahre
  • Essen: Mini-Pizza 5 Euro, Croissant 2,50 Euro, 0,5l Wasser 3 Euro, Cola 150ml 2Euro
  • Umbuchung: 30 – 60 Euro
  • Namensänderung: 110 Euro
  • Check-in: Online Check-in 30 Tage in Voraus, wenn ein Sitzplatz reserviert wurde / 7 Tage, wenn keiner reserviert wurde / am Schalter: 45 Euro (-1 Punkt)
  • Sitzplatzreservierung: 5,99 – 15 Euro (1 Punkt)
  • Mögliche Zahlungsarten: Kreditkarten (American Express, Visa, Visa Electron, Visa Debit/Delta, Visa Connect, MasterCard, MasterCard Debit, MasterCard PrePaid, Maestro), PayPal, Lastschrift
  • Zahlungsgebühr VisaCard: 2 % des Gesamtpreises
  • Kostenfreie Zahlungsarten: Visa Debit, Visa Connect, Visa Electron, MasterCard Debit, Maestro, Lastschrift (1 Punkt)
  • Zusatzangebote: Reiseversicherung, SMS Flugbuchung, Budget Parkplatz, Transfer zum Flughafen, Priority Boarding

Easyjet (4 Punkte)

Flugzeug-Easyjet
Durch Zusatzkosten kann Easyjet billige Standardpreise anbieten

Die Nummer zwei der Low Cost Carrier in Europa und mit 7,2% Marktanteil die Nummer vier in Deutschland heißt Easyjet. Erst 1995 gegründet ist die Unternehmensgeschichte unmittelbar mit dem Boom der Billigflieger verbunden. Auch der Londoner Flughafen Luton steht in Verbindung mit dem Fluganbieter. Kurz vor der Schließung wurde dem kleinen, 50km nördlich von London gelegenen Flughafen durch Easyjet Ende der 90er neues Leben eingehaucht. Von hier aus ging es zunächst zu innerbritischen Zielen. Bereits im zweiten Geschäftsjahr wurden mit Amsterdam, Barcelona und Nizza aber auch die ersten europäischen Festlandziele angeflogen. Bis heute befindet sich der Firmensitz in Luton.

Neben der Fluglinie gehört u.a. auch die Hotelkette Easyhotel zur börsennotierten Easygroup. Ähnlich wie bei den Billigfliegern wird hier das „No frills“-Prinzip angewandt. Im Hotelwesen war die Easygroup damit genauso Vorreiter wie bei der Einführung des Check-in am Automaten 2004. Dieser ist bei Easyjet Flügen bis heute kostenfrei möglich. Dafür wurde die Möglichkeit des Check-in am Schalter vollkommen abgeschafft. Der Online Check-in ist standardmäßig allerdings 30 Tage im Voraus möglich. Die restlichen Gebühren liegen bei Easyjet größtenteils im handelsüblichen Rahmen. Unschön ist lediglich, dass ein Easyjet-Konto erstellt werden muss, um die Buchung durchzuführen. Als einziges gängiges kostenfreies Zahlungsmittel steht das Lastschriftverfahren zur Verfügung. Eine Lastschrift-Buchung muss allerdings mindestens 14 Tage vor dem Abflugdatum getätigt werden.

  • Gepäckgebühr: 16 – 29 Euro (20 kg)
  • Übergepäck: 13 Euro pro kg
  • Sondergepäck: 40 – 45 Euro
  • Handgepäck: 56x45x25cm, keine Gewichtsbeschränkung (1 Punkt)
  • Kinder: 25 Euro (15 Tage bis 2 Jahre)
  • Essen: Sandwich (heiß oder kalt) 5,50 Euro, Muffin 3 Euro, 0,5 Wasser 2,50 Euro, Cola 330ml 2,50 Euro
  • Umbuchung: 42 Euro + 2% des Gesamtpreises (außer bei Visa Electron, Visa Debit, Maestro, Lastschrift)
  • Namensänderung: 42 Euro + 2% des Gesamtpreises (außer bei Visa Electron, Visa Debit, Maestro, Lastschrift)
  • Check-in: nur kostenloser Online Check-in möglich (in manchen Flughäfen auch am Automaten im Flughafen möglich) – Online Check-in 30 Tage in Voraus
  • Sitzplatzreservierung: 2,99 – 21,99 Euro (3 Punkte)
  • Mögliche Zahlungsarten: Visa, MasterCard, Master Card Debit, Diners Club, American Express, UATP/AirPlus, Visa Electron, Visa Debit, Lastschrift
  • Zahlungsgebühr VisaCard: 2% des Gesamtpreises
  • Kostenfreie Zahlungsarten: Visa Electron, Visa Debit, MasterCard Debit, Lastschrift
  • Zusatzangebote: Missed Flight und Reiserücktrittversicherung, Hotel, Mietwagen

Norwegian Air (6 Punkte)

In Deutschland nicht ganz so bekannt ist die Norwegian Air. Obwohl der Großteil der Maschinen von bzw. nach Skandinavien fliegt, ist die Gesellschaft mit 1,7% Marktanteil die siebtgrößte Billigairline auf deutschen Flughäfen. Europaweit liegt sie mit 475 Strecken auf Rang drei. Auch die Norwegian Air begann ihren Betrieb 1993 mit Inlandsflügen. Zehn Jahre darauf wurden die ersten Flüge von Norwegen nach Spanien und Portugal angeboten. Im selben Jahr ging die Airline an die Börse. Im Gegensatz zu den meisten anderen Billigairlines bietet die Norwegian auch Langstreckenflüge u.a. nach Bangkok an. Es wurde auch eine Basis in Bangkok eröffnet. Dort können die Flugzeuge kostengünstiger als in Oslo abgestellt werden. Thailändische Piloten sowie Bodenpersonal wurden zu Billiglöhnen angeheuert. Für den internationalen Billigflugverkehr wurde die Norwegian Air International gegründet.

Norwegian-Air-Flugzeug
Billigflieger Vergleich Testsieger Norwegian Air: Faire Bedingungen und W-LAN

Die Norwegian Air International erlebte einen Stolperstart. Negativ in die Presse geriet die Airline durch zwei besondere Vorfälle im Juni 2013: Einem 16-jährigen Passagier aus New York, der keine Kreditkarte bei sich hatte, wurde auf dem Langstreckenflug nach Oslo eine Decke verwehrt. Diese hätte 5 Euro gekostet. Ähnlich erging es einer Thailänderin, die die falsche Kreditkarte mithatte und deswegen 12 Stunden lang hungrig und durstig bleiben musste. Anschließend verkündete der Konzernchef, dass es künftig kostenlos Wasser auf allen Langstreckenflügen geben soll. Kostenlos ist bei Norwegian auch die Kreditkartenbuchung und der Check-in am Schalter. Als erste Airline bietet sie außerdem seit 2008 kostenloses W-LAN im Flugzeug an. Abschließend ist positiv der relativ werbefreie Buchungsvorgang hervorzuheben.

  • Gepäckgebühr: 12 Euro (20 kg) (2 Punkte)
  • Übergepäck: 11 Euro pro kg
  • Sondergepäck: 30 – 42 Euro (bis 25 kg)
  • Handgepäck: 10kg und 55x40x23cm + ein Laptop oder eine kleine Handtasche
  • Kinder: bis 2 Jahre: 10% des Tarifes + aller Flughafengebühren, 2-11 Jahre: 75% des Tarifes + aller Flughafengebühren (2 Punkte)
  • Essen: Sandwich 6,40 Euro, Muffin 3,60 Euro, 0,5 Wasser 0,5l 2,20 Euro (Langstrecke: Trinkwasser kostenlos), Cola 330ml 3,60 Euro
  • Umbuchung: 45 Euro
  • Namensänderung: 45 Euro
  • Check-in: online oder am Schalter kostenfrei
  • Sitzplatzreservierung: 9-19 Euro
  • Mögliche Zahlungsarten: American Express. Visa, MasterCard/EuroCard, Diners
  • Zahlungsgebühr VisaCard: keine
  • Kostenfreie Zahlungsarten:  American Express. Visa, MasterCard/EuroCard, Diners (1 Punkt)
  • Zusatzangebote: Fast Track Security, Reiserücktrittsversicherung
  • Extra: W-LAN Kostenfrei an Bord (1 Punkt)

Flybe (1 Punkt)

Flybe Flugzeug
Unterdurchschnittlich: Flybe belegt in unserem Test den letzten Platz / Foto: techboy_t

„Fliegt britisch europäisch“, der Slogan der Fluggesellschaft sagt worauf es Flybe abgesehen hat: den britisch-europäischen Markt. 1979 unter dem Namen Jersey European Airways gegründet flog die Gesellschaft zunächst nur britische Ziele an. Mit der Umbenennung 2002 erfolgte die Expansion auf den europäischen Markt. Das Besondere an der Fluggesellschaft ist, dass sie nur Kurstreckenflüge in kleinen Maschinen anbietet. Außerdem werden die großen touristischen Ziele nicht angeflogen. Stattdessen geht es meist in die kleineren Städte. So fehlen die wichtigsten deutschen Ziele Berlin und München im Portfolio. Dafür werden von Hannover, Düsseldorf, Köln/Bonn, Stuttgart und Münster/Osnabrück geflogen. Diese Beschränkung brachte der Airline den Titel größte europäische Regionalfluglinie ein.

Das Konzept von Flybe zielt auf Geschäftsleute ab. Deswegen bietet die Airline auch meist einen abendlichen Rückflug aus der Stadt des morgendlichen Hinflugs an. Wegen der Geschäftskunden wurde lange Zeit auch die Serviceangebote wie kostenfreies Essen und Trinken sowie Gepäckmitnahme aufrechterhalten. Seit der Einführung des Drei-Tarif-Systems, muss man aber beim günstigsten Tarif Just Fly! auf alle Extras verzichten. Im Juni 2007 versuchte die Airline ihre Kunden davon abzuhalten, eigene Getränke und Speisen mitzubringen. Nach starker Negativpresse wurde dieses Verbot aber aufgehoben. Die weiteren Gebühren halten sich im handelsüblichen Rahmen. Positiv ist zu erwähnen, dass der Check-in immer kostenfrei ist. Zudem ist Flybe Teil des internationalen Vielfliegerprogramms Avios.

  • Gepäckgebühr: 19 Euro (15 kg)
  • Übergepäck: 20 Euro pro kg
  • Sondergepäck: 40 Euro pro Streckenabschnitt
  • Handgepäck: 10kg auf 55x40x23cm
  • Kinder: 12 % des Tarifs (bis 2 Jahre)
  • Essen: Sandwich 5,50 Euro, Brownie 2,90 Euro, Wasser 0,5l 2,60 Euro, Cola 250ml 2,60 Euro
  • Umbuchung: 45 Euro pro Änderungsvorgang (bspw. Datum und Strecke)
  • Namensänderung: 50 Euro
  • Check-in: Online Check-in (36 – 1 Stunde vor Abflug möglich) , Check-in am Automat, Check-in am Schalter kostenlos
  • Sitzplatzreservierung: 9-22 Euro
  • Mögliche Zahlungsarten: PayPal, Visa, Visa debit, Visa Electron, American Express, MasterCard, MasterCard debit, Diners Club, Maestro
  • Zahlungsgebühr VisaCard: 3% des Gesamtpreises (mindestens 7 Euro)
  • Kostenfreie Zahlungsarten: Maestro, MasterCard debit, Visa debit, Visa electron (1 Punkt)
  • Zusatzangebote: flexibles Ticket, SMS-Bestätigung, Mietwagen

Air Berlin (3,5 Punkte)

Airberlin-Flugzeuge
Air Berlin kann mit kostenfreiem Essen punkten

Air Berlin hat eine aufregende Geschichte. Gegründet von einem Amerikaner, der die Marktnische, die entstand als Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg nur von den Siegermächten angeflogen werden durfte, ausnutzte. So flog die Fluggesellschaft lange relativ konkurrenzlos unter dem Namen Air Berlin USA von der heutigen deutschen Hauptstadt in Ziele der westlichen Welt. 1991 folgten dann die Umbenennung und der Konkurrenzkampf. Um mit den vielen Billigfluglinien mithalten zu können, rief die Gesellschaft seine City-Shuttles ins Leben. Damit war Air Berlin eine der ersten Fluggesellschaften, die reguläre Linienflüge und Billigflüge unter einem Dach vereinte. Dies ist bis heute so. Lediglich der Firmensitz wurde nach Europa verlegt. Heute wird der Konzern von Berlin aus verwaltet.

Mit 1.736 wöchentlichen Starts auf 105 Strecken und 42% Marktanteil ist Air Berlin die größte deutsche Billigfluggesellschaft – insgesamt die Nummer zwei am deutschen Markt. Damals wie heute dominiert das Flugziel Palma de Mallorca das Air Berlin-Streckennetz. Über 450 Mal wurde das Ziel mit unterschiedlichen Fliegern 2011 pro Woche angesteuert. Für Langstreckenflügen nach Asien ging Air Berlin eine Kooperation mit Etihat Airways ein – die arabische Fluggesellschaft hält auch knapp 30% der Firmenanteile. 2011 kündigte der Konzern an, sich mehr und mehr von der Billigflugsparte wegzubewegen. Bisweilen lässt sich mit der Gesellschaft aber immer noch recht günstig fliegen. Dazu muss der günstigste der drei Tarife JustFly gebucht werden. Dieser Tarif bietet neben den gewöhnlichen Gebühren für Gepäck (Achtung Extragepäck muss 30 Stunden vor dem Flug angemeldet werden) und Sitzplatzreservierung kostenfreie Verpflegung an Bord an. Kostenfrei ist auch jeglicher Check-in. Dafür ist die Tarifstruktur etwas undurchsichtig.

  • Gepäckgebühr: 15 Euro (23 kg) bei JustFly, andere Tarife kostenlos
  • Übergepäck: 50 Euro für 9kg (2,5 Punkt)
  • Sondergepäck: wird wie normales Gepäck behandelt, muss aber angemeldet werden / Sportwaffen 50 Euro extra
  • Handgepäck: 8kg (10kg inkl. Laptop) mit 55x40x23cm
  • Kinder: 15% des Preises (bis 2 Jahre bei Antritt des Rückfluges)
  • Essen: Snacks & Getränke inkl. (1 Punkt)
  • Umbuchung: im günstigen Tarif nicht möglich (-1 Punkt)
  • Namensänderung: nur im Ausnahmefall möglich (bei Tippfehlern oder Hochzeit)
  • Check-in: Check-in am Schalter, online, mobil oder am Automaten kostenlos, ab 30 Stunden vor Abflug möglich (in die USA 24 Stunden)
  • Sitzplatzreservierung: 9,99 – 29,99 Euro
  • Mögliche Zahlungsarten: giroPay, Lastschrift, PayPal, Visa airberlin, Visa Card, MasterCard, American Express, Diners Club, AirPlus/UTAP
  • Zahlungsgebühr VisaCard: 10 Euro pro Buchung
  • Kostenfreie Zahlungsarten: giroPay, Lastschrift (1 Punkt)
  • Zusatzangebote: 72 Stunden Preis sichern, Hotel, Reiseschutz- und Reiserücktrittsversicherung, Rail&Fly, Extra Gourmetessen, Mietwagen

Germanwings / Eurowings (5,5 Punkte)

Germanwings-flugzeug
Germanwings: Besser in den günsitgen Smart Tarif upgraden

Germanwings ist nicht gleich German Wings: Die Tochter der Lufthansa hatte einen Namensvorfahren. Die Fluggesellschaft mit dem Lehrzeichen betrat 1989 mit dem Slogan „Etwas mehr Klasse“ den Markt, musste aber bereits nach einem Jahr Konkurs anmelden. Mehr als zehn Jahre später nutzte die Lufthansa die, nach dem Konkurs erworbenen Namensrechte, um Ryanair und Easyjet mit einer eigenen Billigfluglinie Konkurrenz zu machen. Erst fünf Jahre zuvor war die große deutsche Linienfluggesellschaft bei dem bis dato eigenständigen Low-Cost Liner Eurowings eingestiegen. Nach der Umbenennung begann der Preiskampf – bereits die ersten Germanwings-Maschinen flogen von Köln/Bonn in touristische Regionen. Ab 2011 begann die Lufthansa, fast ihr komplettes innerdeutsches Streckennetz an Germanwings zu übergeben. Im Dezember 2014 wurde bekannt gegeben, dass der Markenname Germanwings ab 2015 auf europäischen und internationalen Mittel- und Langstreckenflügen Flügen wieder durch Eurowings ersetzt werden soll.

Mit 29,3% Marktanteil ist Germanwings die Nummer zwei des Billigflugsegments in Deutschland, europaweit bringt es die Lufthansatochter mit 1.740 wöchentlichen Starts auf Platz sechs – für die Muttergesellschaft ist Germanwings eine Erfolgsgeschichte. Für die Kunden heißt Germanwings günstig fliegen mit Auge: Wer mit Gepäck reisen will, muss genau hingucken. Neben dem „No Frills“-Basic-Tarif wird gegen einen geringen Aufpreis der Smart-Tarif angeboten. Dieser bietet eine Sitzplatzreservierung, ein Gepäckstück und kostenlose Verpflegung für den Preis, den ein aufgegebenes Gepäckstück alleine kosten würde. Der teuerste Best-Tarif kostet allerdings einiges mehr. Außerdem transportiert Germanwings Skier und Snowboards kostenlos. Ein bisschen nervig ist der Bezahlprozess. Hier wird zunächst ein Rabattpreis angezeigt. Dieser kann allerdings nur per Lastschrift bis 5 Tage vor Abflug erworben werden. Wer mit einem anderen Zahlungsmittel bezahlen will, muss den 10 Euro teureren Normalpreis zahlen – plus Kreditkartengebühr.

  • Gepäckgebühr: 15 Euro (23kg)
  • Übergepäck: 50 Euro für 9 kg (2,5 Punkte)
  • Sondergepäck: 50 Euro (Skier/Snowboard kostenlos) (1 Punkt)
  • Handgepäck: 8kg und 55x40x23cm
  • Kinder: 15 Euro (bis 2 Jahre) (2 Punkte)
  • Essen: Sandwich 3,90 Euro, Muffin 2,90 Euro, 0,5 Wasser 3 Euro, Cola 250ml 2,50 Euro
  • Umbuchung: 85 Euro
  • Namensänderung: 65 Euro
  • Check-in: Web-Check-in, Mobil-Check-in und Check-in am Schalter kostenlos
  • Sitzplatzreservierung: 8 – 90 Euro
  • Mögliche Zahlungsarten: Lastschrift, PayPal, RatePay/Rechnung, Mastercard, Mastercard Debit, Diners Club, Visa, Visa Electron, Visa Debit, AirPlus, Germanwings Kreditkarte (Visa oder MasterCard)
  • Zahlungsgebühr VisaCard: 2% des Gesamtpreises plus 10 Euro wegen Normalpreisgebühr (-1 Punkt)
  • Kostenfreie Zahlungsarten: Lastschrift
  • Zusatzangebote: Flex-Option, Normalpreis (mit Meilen und Lastschriftzahlung), Rail&Fly, Reiseversicherung
  • Extra: günstiges Upgrade auf den Smart-Tarif (1 Punkt)

Vueling (5 Punkte)

Vueling-Flugzeug
Der spanische Newcomer Vueling / Lizenz: CC-BY-SA-2.0, Bild: Aero Icarus

Von Barcelona in Windeseile hinaus in die Welt, so könnte der Slogan von Vueling heißen. Denn innerhalb von nur 10 Jahren hat es die Fluggesellschaft geschafft, die Nummer zwei in Spanien zu werden – hinter der Iberia. Dabei ist Vueling den klassischen Weg eines Low-Cost Carriers gegangen. Mit dem „No frills“-Konzept eroberten sie zunächst den Markt für Inlandsflüge, um sich anschließend auf die Mittelstrecken in das europäische Ausland zu wagen. Seit 2007 werden auch außerspanische Ziele wie Paris-Amsterdam angeflogen. 2009 schluckte Vueling die spanische Billigairline Clickair. Heute fliegt die Airline, die nach dem spanischen Wort für Flug „vuelo“ benannt ist 1.653 Flüge in der Woche auf 215 Strecken an. Europaweit ist die bislang unfallfreie Fluggesellschaft damit die achtgrößte Billigairline.

Auch das Flugkonzept der Spanier ist dem der Konkurrenz ähnlich. Es gibt drei Tarife. Im günstigsten Basis-Tarif kosten Gepäckstücke, Speisen und Getränke an Bord und Sitzplatzreservierung extra, für Umbuchung müssen saftige Gebühren gezahlt werden. Für einen erhöhten Flugpreis lässt sich in den Optima- oder den Excellence-Tarif wechseln. Mit Billigflieger haben diese beiden Tarife allerdings nichts mehr gemein. Kostenlos ist bei allen drei Tarifen immer noch jegliche Art des Check-ins: Ob per App, online oder am Schalter. Keine Gebühren müssen zudem bei der Bezahlung per Sofortbanking gezahlt werden. Dies ist allerdings nur aus Deutschland, Österreich und der Schweiz möglich. Spanische Kunden können mit der MasterCard gebührenfrei bezahlen. Für die meisten anderen Bezahlmethoden fallen handelsübliche Gebühren an.

  • Gepäckgebühr: 13 – 30 Euro (23 kg) (2 Punkte)
  • Übergepäck: 12 Euro pro kg
  • Sondergepäck: 45 Euro
  • Handgepäck: 10kg und 55x40x20cm
  • Kinder: 15 – 35 Euro + Gebühren (bis 2 Jahren)
  • Essen: Speisen & Getränke gebührenpflichtig: bspw. Muffin 2 Euro
  • Umbuchung: 45 Euro
  • Namensänderung: 50 Euro
  • Check-in: Online, Web-App oder am Schalter kostenlos
  • Sitzplatzreservierung: 3,99 – 16,99 Euro (2 Punkte)
  • Mögliche Zahlungsarten: Sofortüberweisung (nur für Deutschland, Belgien und Österreich), iDeal, PayPal, Visa Card, MasterCard, American Express, Diners Club, AirPlus/UTAP, Visa Electron, Vueling Card, MasterCard Debit, spanische MasterCard, American Express Verbrauchercard
  • Zahlungsgebühr VisaCard: 3% des Gesamtpreises
  • Kostenfreie Zahlungsarten: Visa Electron, Vueling Card, MasterCard Debit, spanische MasterCard, American Express Verbrauchercard, Sofortbanking, iDeal (1 Punkt)
  • Zusatzangebote: 24 Stunden Preisgarantie, Mietwagen, Reiserücktritts-, Auslandskranken- und Missed Flight Versicherung, VIP Flughafenlounge

TUIfly (2 Punkte)

Tuifly-Flugzeug
Nicht wirklich günstig, nicht wirklich gut: TUIfly

Deutschlands viertgrößte Fluggesellschaft ist ein Sonderfall. Ähnlich wie Air Berlin bietet sie ein kombiniertes Angebot aus Billig- und Linienflügen an. Hinter TUIfly steht eine Fusion der 1972 gegründeten Fluglinien Hapag Lloyd Flug (später Hapagfly) und dem 2002 gegründeten Low-Cost Carrier HLX. Seit 2007 fliegen die Maschinen des Hannoveraner Reiseanbieters TUI unter dem Namen TUIfly. Unter dieser Marke werden nach eigenen Angaben jährlich 7,8 Millionen Fluggäste transportiert. Diese fliegen bei TUIfly, nach der Abgabe der Städteverbindungen an Air Berlin, hauptsächlich Mittel- und Langstrecken in Urlaubsregionen. Die Fokussierung auf Urlauber in Fernzielen soll auch durch die erneute Umbenennung der Marke in TUI verdeutlicht werden. Auch die Markenfarbe Gelb soll dann einer weiß-blau-Kombination weichen.

Das Tarifsystem von TUIfly beinhaltet auf jedem Flug zwei Tarife: Pure und Perfect. Über die Website wird allerdings nur der Pure-Tarif angeboten. Dieser ist ein klassischer Low-Cost Carrier-Tarif. Freigepäck gibt es nicht, Verpflegung an Bord kostet extra, und bei den meisten Buchungsverfahren kommen weitere Kosten auf den Kunden zu. Lediglich das Lastschriftverfahren ist eine gängige kostenfreie Bezahlmethode. Diese muss allerdings 10 Tage vor dem Abflug vorgenommen werden. Der Check-in am Schalter kostet bei TUIfly 5 Euro. Dafür kann der Online Check-in 30 Tage bis 5 Stunden vor dem Flug vorgenommen werden. Umbuchung und Namensänderung sind eigentlich verhältnismäßig günstig. Die Umbuchung wird aber nur beim Perfect-Tarif gestattet. De facto sind TUIfly Billigflüge also nicht umbuchbar. Tatsächlich günstig ist das erste Gepäckstück für 10 Euro.

  • Gepäckgebühr: 10 Euro (15kg) (3 Punkte)
  • Übergepäck: 10 Euro pro kg
  • Sondergepäck: 65 Euro
  • Handgepäck: 6kg und 55x40x20cm + ein Laptop (-1 Punkt)
  • Kinder: 15 Euro (7 Tage bis 2 Jahre) (2 Punkte)
  • Essen: Baguette 4,50 Euro, Muffin 3 Euro, Cola 0,5l 2,50 Euro, Wasser 0,5l 2,50 Euro
  • Umbuchung: im Pure-Tarif nicht möglich, sonst: 33 Euro (39,27 Euro auf Inlandsflügen) (-1 Punkt)
  • Namensänderung: 33 Euro (39,27 Euro auf Inlandsflügen)
  • Check-in: 5 Euro am Schalter, Online-Check in kostenlos (ab 30 Tage vor dem Abflug möglich) (-1 Punkt)
  • Sitzplatzreservierung: 13 -40 Euro
  • Mögliche Zahlungsarten: MasterCard, Visa, AirPlus, American Express, Diners Club, Visa Electron, TUI Card, Lastschrift
  • Zahlungsgebühr VisaCard: 7,50 Euro pro Buchung (8,93 Euro bei Inlandsflügen)
  • Kostenfreie Zahlungsarten: Visa Electron, TUI Card, Lastschrift
  • Zusatzangebote: Mietwagen, diverse Versicherungen

Fazit

Auch wer direkt bei den Billig-Fluggesellschaften bucht, zahlt am Ende meist nicht den Preis, der anfangs angezeigt wurde. Der Test der 8 großen europäischen Billigflugairlines hat gezeigt, dass auch die Fluggesellschaften die Kreditkartengebühr erst spät im Buchungsprozess anzeigen. Allerdings bestand immer einer gängige kostenfreie Alternative. Bei vielen Anbietern war dies das Lastschriftverfahren, welches wiederum nicht kurzfristig angewandt werden kann. Wer also Last Minute bucht und nicht gerade eine Visa Electron besitzt muss die Gebühren doch zahlen. Zudem bieten die Billigairlines, ähnlich wie die Suchmaschinen etliche Extraangebote mit hohen Zusatzkosten an. Vorausgewählt waren die Leistungen aber in keinem Fall.

Zu den Leistungen: Insgesamt nehmen sich die Billigairlines nicht viel. Bei nahezu allen Anbietern gilt das „No Frills“-Prinzip. Bezeichnend heißen bei gleich zwei Gesellschaften die günstigsten Tarife Just Fly. Ausnahme der Regel ist Air Berlin: Hier gibt es noch Verpflegung im Flugzeug in allen Tarifen und Klassen. Erwähnenswert ist außerdem die Möglichkeit, bei Germanwings den Billigflug durch ein relativ günstiges Upgrade in die nächsthöhere Tarifklasse aufzuwerten. So erhält man Freigepäck, Bordverpflegung und einige andere Extras dazu. Bei der Gepäckzubuchung ist TUIfly am günstigsten.

Allgemein lässt sich erkennen, dass die Konzepte von Billigfliegern und Linienflügen immer mehr verschwimmen. Ein klassisches Billigkonzept ohne Luxustarife erlaubt sich fast keiner. Dafür bieten immer mehr etablierte Fluggesellschaften Billigtarife an. Dazu aber mehr im dritten Teil unserer Kostenfallen-Serie.

Der Rat zum Abschluss dieses Testes lautet: Prüft genau, welche Zusatzleistung ihr benötigt und schaut dann, ob es nicht vielleicht günstiger ist, eine höhere Tarifstufe zu buchen, statt Freigepäck und kostenlose Umbuchung einzeln hinzuzubuchen. Wer allerdings wirklich nur fliegen will, guckt am besten bei einem der Flugpreisvergleiche, welche Airline das günstigste Angebot liefert und bucht dann bei dieser direkt.

Teil 1: Bei Online Reisebüros lauern jede Menge versteckte Kosten. Das hat unser Flugsuchmaschinenen Test gezeigt.

Extra: Euch interessieren die Premium Economy-Angebote der Airlines. Hier geht es zu unserem großen Vergleich der Zwischenklasse.