Günstige Bahntickets

INHALT

  1. Was heißt nachhaltiger Tourismus?
  2. Wie sieht nachhaltiger Tourismus aus?
  3. Wie kann ich nachhaltig reisen?
  4. Beispiele für nachhaltigen Tourismus
  5. Welche Probleme bringt nachhaltiger Tourismus?
  6. Vorteile und Nachteile

1. Was bedeutet nachhaltiger Tourismus?

Der nachhaltige Tourismus, den man auch als „Sanfter Tourismus“ bezeichnen kann, stellt im Prinzip die genaue Gegenbewegung zum Massentourismus dar. Im Fokus der Nachhaltigkeit steht ein Tourismusmanagement, das im Zuge des Klimawandels für Umweltschutz sorgen soll und Reisende dafür mitverantwortlich macht. Damit steigt die Bedeutung dieser Art des Reisenes in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer mehr an.

Definition

Es handelt sich beim nachhaltigen Tourismus um eine Reiseform, die das Ziel verfolgt, möglichst geringfügig auf die Umwelt einzuwirken, die Natur zu erleben und sich den kulturellen Gegebenheiten vor Ort anzupassen.nachhaltiger-tourismus

Eine nachhaltige Entwicklung soll dementsprechend die Naturbestände erhalten und nicht wie beim Massentourismus der Natur schaden. Aber nicht nur der Umweltaspekt (diesen Teil nennt man Ökotourismus) ist zu nennen: Ebenso bedeutet „sanft“ bzw. „nachhaltig“ die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Kriterien zu achten, auf die wir im nächsten Kapitel genauer eingehen werden.

Lebensqualitaet-Einheimischer-verbessernWarum ist nachhaltiger Tourismus wichtig?

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) formuliert unter dem Leitmotiv des nachhaltigen Reisens folgende Ziele:

  • nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft und Förderung einer breitenwirksamen Beschäftigung
  • Entwicklung der Gemeinden und Kommunen
  • Schutz und Inwertsetzung der biologischen Vielfalt
  • Schutz des Klimas, effizientere Ressourcen- und Energienutzung
  • gute Staats- und Regierungsführung mit politischen Rahmenbedingungen

Das Bundesamt für Naturschutz (BFN) formuliert zum nachhaltigen Tourismus ergänzend folgende Ziele:

  • Schutz und Entwicklung der Ökologie
  • hohe Gästezufriedenheit
  • Verbesserung sozialer Aspekte (Lebensqualität Einheimischer)
  • ökonomische Stärkung der Region

Wie hat sich diese Reiseform entwickelt?

Green-GlobeDie Entstehung begann bereits im Jahr 1977. Der Architekt und Raumplaner Fred Baumgartner umschrieb den Begriff „nachhaltiger Tourismus“ erstmals in einem Beitrag der Neuen Zürcher Zeitung. Von Ende der 80er Jahre bis heute gibt es immer neue Zertifizierungsprogramme, deren Kriterien unter anderem dafür sorgen sollten, dass auch Reisende die Zielregion besser einschätzen und mit anderen vergleichen können.

Neben dem sanften Tourismus wurde auch der Begriff des Integrativen Tourismus entwickelt, der die Nachhaltigkeit in Beziehung mit anderen Wirtschaftseinheiten und Lebensbereichen. Damit tragen auch Reisende selbst Verantwortung für die Tourismusregionen, die sich besuchen.

Aber auch für die Tourismusregionen selbst sind derartige Programme gute Leitfäden für die Umsetzung der Nachhaltigkeit, wie zum Beispiel das Green Globe-Programm. Die Erfolgsaussichten des rücksichtsvollen Tourismus steigen: Immer mehr Urlauber legen Wert auf einen ökologisch und sozialverträglichen Urlaub, denn wer reist, hinterlässt auch Spuren, was im Bewusstsein vieler Urlauber angekommen zu sein scheint. Das sagt auch des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB): Nachhaltiger Tourismus interessiert bereits 49% der deutschen Bevölkerung im Jahr 2017, 2014 waren es noch 31%.

2. Wie sieht nachhaltiger Tourismus aus?

Nachhaltiger-Tourismus-KneippWie bereits beschrieben, gibt es vier größere Aspekte des bewussten Tourismus:

  • Ökologische Aspekte (Umwelt)
  • Ökonomische Aspekte (Wirtschaft)
  • Soziale Aspekte
  • Kulturelle Aspekte

Nun stellen wir euch die Kriterien genauer vor und wollen euch Ziele und Umsetzungsmöglichkeiten der einzelnen Aspekte aufzeigen. Dazu können wir die beiden letztgenannten als soziokulturelle Aspekte zusammenfassen.

Ökologischer Aspekt

Nachhaltiger-Tourismus-BarfusspfadIm Großen und Ganzen ist das ökologische Ziel des nachhaltigen Tourismus natürlich der Umweltschutz, also:

  • Intakte Umwelt
  • Saubere Umwelt
  • Biologische Vielfalt
  • Ressourceneffizienz
  • Klimaschutzkonzepte

Viele Regionen haben beispielsweise Themenwanderwege, um die Urlauber gezielt durch geschützte Bereiche zu lenken, sodass sie nur minimal auf die Umgebung einwirken. Denselben Zweck erfüllen auch Barfußpfade oder geführte Schneeschuhtouren, die anders als der technische Wintersport mit seinen aufwändigen Skiliften, Pistenraupen und Schneekanonen ökologisch sehr viel vertretbarer sind. Das touristische Gebiet soll außerdem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein, die Verkehrsdichte vor Ort soll auf ein Minimum reduziert werden, weil Urlauber sich auf natürlichem Wege fortbewegen sollen (zu Fuß, Boot, Reittiere).

Ökonomische Aspekte

Nachhaltiger-Tourismus-HofladenDie wirtschaftlichen Ziele des sanften Tourismus sind:

  • Tourimsus als eigenständiger Wirtschaftsfaktor
  • Sicherung der Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit der Region
  • Lokaler Wohlstand
  • Arbeitsplatzsicherheit und faire Arbeitsbedingungen
  • Soziale Gleichberechtigung i.S.v. gerechter Teilhabe am Nutzen des Tourismus

Das ökonomische Tourismuskonzept sieht beispielsweise so aus, dass man sogenannte Swingolfanlagen baut, eine Golfvariante mit wesentlichen geringeren Ausstattungsanforderungen, die durch örtliche Initiativen aus eigener Kraft entwickelt werden.

Auch Hofläden sind eine gute Möglichkeit im Sinne der Nachhaltigkeit, da sie mit lokal erzeugten Lebensmitteln handeln. Auch Hotels können zur sauberen Umwelt beitragen, indem sie auf regenerative Energien, weniger Abfallproduktion und einen reduzierten Trinkwasserverbauch setzen. Eine Einrichtung mit umweltschonendem Material und die Inanspruchnahme regionaler Handwerker runden das Konzept ab.

Soziokulturelle Aspekte

Nachhaltiger-Tourismus-Soziokultureller-AspektSoziokulturellen Kriterien sind unter anderem:

  • Nachhaltiges Urlaubserlebnis unter Berücksichtigung der Besucherwünsche
  • Beteiligung der Einheimischen am Tourismuskonzept
  • Gemeinwohlerhalt und -förderung
  • Erhalt und Stärkung der kulturellen Vielfalt

Zur Umsetzung werden zum Beispiel Stadtführungen veranstaltet, um die Urlauber an die regionale Kultur heranzuführen, aber möglichst ohne die Bewohner stark zu beeinträchtigen. Das fördert auch den möglichst unverfälschten Blick auf die vorhandene Kultur. Weiterhin werden kulturelle Veranstaltungen (z.B. das Besichtigen von Sehenswürdigkeiten) angeboten.

 

3. Wie kann ich nachhaltig reisen?

Leider kann man nachhaltigen Tourismus nicht immer gleich auf Anhieb erkennen, weil Marketingexperten zur Kundengewinnung oft nur das Label verwenden, ohne dass es im Zielgebiet umgesetzt wird. Aus diesem Grund stellen wir euch nun ein paar Tipps vor, wie ihr dem Trend folgen und Tourismus nachhaltiger gestalten könnt:

1. Achtet auf Gütesiegel

Nachhaltiger-Tourismus-Zertifizierungsprogramme

Um die Chancen des nachhaltigen Tourismus zu erhöhen, müssen natürlich potenzielle Urlauber auch wissen, woran sie eine nachhaltige oder sanfte Destination erkennen. Es gibt bestimmte Umweltzeichen oder Logos, auf die ihr achten könnt. Diese sind zwar in der Regel sektorspezifisch und regional begrenzt, aber es gibt nur wenige global gültige Erkennungsmerkmale.

  • das Gütezeichen Blaue Flagge: wird vergeben an Strände, Küsten, Binnengewässer und Marinas
  • der Grüne Schlüssel für Hotels (Öko Hotel oder Bio Hotel)
  • das Umweltgütesiegel für Alpenvereinshütten
  • das TourCert-Siegel zum Beispiel für Reiseveranstalter
  • das europäische Umweltzeichen (auch Euroblume, EU Ecolabel) für Beherbergungsbetriebe und Campingdienste

Sucht nach diesen Gütesiegeln, wenn ihr nachhaltig reisen möchtet. Für interessierte Urlauber wäre ein allgemeingültiges Siegel, dass alle Aspekte des nachhaltigen Tourismus mit einbezieht, natürlich sehr viel transparenter. Dies würde sicherlich auch die Nachfrage nach solchen Reisezielen erhöhen. Hier müssen Verantwortliche in den nächsten Jahren wohl noch einiges tun, um die Chancen für den nachhaltigen Tourismus zu erhöhen.

2. Bewusst packen

Schon während ihr eure Koffer packt, könnt ihr einen Beitrag zum Schutz der Umwelt leisten. Weniger Gewicht bedeutet gleichzeitig weniger Treibstoffverbrauch von Auto oder Flugzeug. Achtet sowohl beim Kauf des Reisegepäcks aus als bei dessen Inhalt darauf, dass keine Tierversuche für die Erzeugung notwendig waren. Inzwischen gibt es viele Alternativen, die euch den Kauf von veganen Klamotten oder Kosmetik erlauben.

3. Reist an nahe gelegene Urlaubszieleanreise-bahn

Das gute liegt oft so nahe! Nachhaltiger Tourismus beginnt schon bei der Anreise. Um eure Wege möglichst gering halten, erkundet eure Umgebung nach Entspannungsmöglichkeiten. Damit könnt ihr sogar dem Trend Micro Adventures folgen, bei dem es darum geht, Unterhaltung in der Nähe zu finden. Ein Badesee in Berlin den ihr mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen könnt, eine Fahrradtour entlang der Weinberge in der Pfalz oder Campen an der Ostsee sind nur wenige Beispiele für die vielen erholenden Urlaubsmöglichkeiten, die euch Deutschland bietet.

4. Anreise mit Bus und Bahn

Die Wahl der Anreise hat hohen Anteil an der Entscheidung, ob ihr euch aus sanfte Reisende beschreiben könnt oder nicht. Die Anreise mit dem Flugzeug ist ohne Zweifel am schädlichsten für die Umwelt. Wenn ihr im Jahr auf eine Fernreise mit dem Flugzeug  verzichtet, könnt ihr euren CO2 Ausstoß aufs Jahr gesehen sogar halbieren. Wenn euer Reiseziel es erlaubt, verzichtet auf Flüge oder versucht, nur einmal im Jahr zu fliegen anstelle in Form von mehreren Kurzurlauben durch Europa zu jetten. Die Anreise mit dem Auto ist ebenfalls keine umweltfreundliche Option. Carsharing und Mitfahrgelegenheiten schaffen Abhilfe, wenn ihr mit eurer Liebe zur Mobilität der Umwelt nicht zu Lasten fallen wollt.frau-reise-bahn

Bus und Bahn gelten mit einem Treibhausgas-Ausstoß zwischen 25 und 50 Gramm pro Kilometer als umweltfreundliche Alternativen. Haltet Ausschau nach Angeboten, bei denen das Bahnticket zur Anreise bereits inkludiert ist!

5. Öffentliche Verkehrsmittel statt Mietwagenmietwagen-meiden

Wie schon erwähnt ist mit dem Auto von A nach B zu kommen, keine Option beim nachhaltigen Reisen. An eurem Urlaubsort ist ein Mietwagen zwar praktisch, öffentliche Verkehrsmittel verursachen aber weitaus weniger Schadstoffe. So verkleinert ihr nicht nur euren ökologischen Fußabdruck, sondern kommt auch in Kontakt mit Einheimischen. Sorgt für ein authentisches Urlaubserlebnis, lernt Land, Kultur und Leute kennen und schont gleichzeitig die Umwelt!

6. Macht eure Fehler wieder gut

Könnt ihr nicht auf eine Flugreise verzichten, könnt ihr zwar die Umweltbelastung nicht rückgängig machen, aber den CO2 Ausstoß versuchen auszugleichen. Bei verschiedenen Klimaschutzprojekten zur CO2 Kompensation  könnt ihr berechnen lassen, welche CO2 Emissionen ihr mit eurem Flug verursacht habt und bezahlt den Preis, der benötigt wird um diese wieder zu neutralisieren. Aber lasst euch nicht blenden. Natürlich ist der Ausgleich besser, als gar nichts zu tun, noch besser wäre es aber in jedem Fall, gar keine CO2 Emission zu verantworten. Dennoch schärfen diese Projekte zumindest das Bewusstsein für die Umweltbelastung, die durch Reisen verursacht wird.

7. Vor Ort Ressourcen sparenwasser-sparen

Achtet vor allem in Ländern mit Wasserknappheit darauf, Wasser zu sparen. Duscht nur so lange wie wirklich nötig und lasst eure Handtücher im Hotel nicht täglich waschen. Das gleiche gilt für euren Stromverbrauch. Vor allem Klimaanlagen lassen diesen in die Höhe schnellen. Könnt ihr gar nicht auf die Klimaanlage verzichten, schaltet diese aus, sobald ihr euer Zimmer verlasst und vermeidet zu extreme Temperaturunterschiede. So könnt ihr auch der Erkältung im Urlaub vorbeugen.

Viele der Sehenswürdigkeiten die in euren Reiseführer zu finden sind, haben sich ihren Platz darin auch verdient. Versucht aber auch selbst Geheimtipps zu entdecken und esst in kleinen, familiengeführten Restaurants anstelle in internationalen Restaurantketten oder kauft an regionalen Märkten eure Lebensmittel anstelle der importierten Markenprodukte. So erlebt ihr die Kultur in eurem Reiseland viel intensiver und sorgt dafür, dass diese gewahrt wird.

8. Vermeidet Kreuzfahrten

Die Deutschen lieben Kreuzfahrten. Möglichst viele bezaubernde Reiseziele in kurzer Zeit mit hohem Komfort zu besuchen, hat zurecht einen hohen Reiz. Kreuzfahrten haben aber aufgrund des Schweröles sowohl auf euch als Reisende, auf die Mitarbeiter (vor allem unter Deck) als auch auf die Bewohner der Städte, in deren Hafen ihr anlegt, gesundheitliche Auswirkungen. Die Abgase die ein Kreuzfahrtsschiff erzeugt, können Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Bronchitis oder sogar Krebs verursachen. Durch die kurze Aufenthaltsdauer in den Hafenstädten verdienen Einheimische außerdem nicht ausgleichend am Tourismus.

9. Respektiert die Grenzen der Natur

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Skifahren in der Wüste ist von der Natur schlicht und einfach nicht vorgesehen. Attraktionen wie die Skihalle in Dubai solltet ihr wegen des gigantischen Energieverbrauches also besser meiden. Ebenso verhält es sich mit Golfreisen: Pestizide und ein enormer Wasserverbrauch sind die Schattenseiten der satten grünen Grasflächen inmitten vieler wüstenähnlicher Regionen. Ebenso sollten bedrohte Riffe nicht durch fahrlässige Tauchgänge dem Untergang preisgegeben werden oder Stalagmiten in Tropfsteinhöhlen nur bestaunt anstatt gespürt werden, da diese nach Berührung nicht weiter wachsen können.

10. Begebt euch auf die andere Seite der Macht

Neben dem fair Reisen gibt es für euch aber noch die andere Seite des nachhaltigen Tourismus. Es gibt auch Jobs und Stellenangebote, die ihr wahrnehmen könnt, wenn ihr euch für ökologisches Reisen nicht nur als Urlauber interessiert, sondern dieses aktiv fördern wollt. Es gibt für den nachhaltigen Tourismus auch einen eigenen Studiengang (in Eberswalde, Heilbronn oder Kleve).

4. Wo kann ich nachhaltig urlauben?

Wie ihr seht, gibt es viele Faktoren die ihr beachten müsst, wenn ihr euren nächsten Urlaub nachhaltig gestalten wollt. Abgesehen von der Tatsache, dass Flugreisen ohnehin nicht mit nachhaltigem Tourismus zu vereinbaren sind und streng genommen nur nahe gelegene Urlaubsorte in Frage kommen, sind manche Destinationen eher für sanfte Reisen geeignet als andere.

Pure Natur: Die Alpen

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Die Alpen stellen eine bezaubernde Kulisse für einen entspannten Urlaub in der Natur dar. Außerdem bieten sie sowohl im Sommer als auch im Winter zahlreiche Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten. Skitourismus bedeutet jedoch auch umweltbelastende Beschneiungsanlagen, einen Eingriff in die Natur durch Waldabholzungen und eine Bedrohung für Gletscher. Eine weitere Herausforderung für sanften Tourismus in den Alpen stellt die Teils schwere Erreichbarkeit von abgelegenen Gebieten mit umweltschonenden Verkehrsmitteln dar. Alternative Konzepte sind daher gefragt. Die Alpine Pearls zum Beispiel bilden einen Zusammenschluss von 25 Tourismusorten in den Alpen, die Mobilität ohne den Gebrauch eines Autos garantieren. Die Erreichbarkeit der Orte mit Bus oder Bahn, der Unterhaltungs- und Erholungsmöglichkeiten mit Mobilitätskarten und eine persönliche Betreuung stehen im Zentrum des Konzepts.

Ins 17. Bundesland: Mallorcanachhaltiger-tourismus-mallorca

Für die Lieblingsinsel der Deutschen muss der Begriff „nachhaltiger Tourismus“ leider gedehnt werden. Allein schon durch die eingeschränkten Möglichkeiten der Anreise ist Mallorca eigentlich kein geeignetes Reiseziel, wenn ihr euren Urlaub nachhaltig gestalten wollt. Der vorherrschende Massentourismus ist auf den ersten Blick nicht mit Umweltschonung zu vereinbaren. Wo ein Wille ist, ist aber auch ein Weg. Wenn ihr auf Mallorca Urlaub fliegt, bleibt für längere Zeit, sodass sich der Flug auch lohnt. Übernachtet in familiengeführten Pensionen oder Appartements oder in Eco Lodges im Hinterland und nehmt von einem Mietwagen Abstand.

Angebote für Mallorca

Großstadt macht grün: Berlin

Eine Großstadt wie Berlin steht wohl nicht an erster Stelle, wenn ihr an einen Urlaub in Verbundenheit mit der Natur denkt. Die vielen Badeseen und Grünanlagen, das öffentliche Verkehrsnetz sowie die Möglichkeit für eine Übernachtung im Bio Hotel können auch eine Städtereise in die Hauptstadt nachhaltig gestalten.

Klare Ostseeluft schnuppern: Rügennachhaltiger-tourismus-ruegen

Die Insel Rügen bietet euch viele Möglichkeiten, wie ihr die verschiedene nachhaltige Reiseaspekte einbinden könnt. Aufgrund der geografischen Nähe könnt ihr ein Sparangebot der Bahn nutzen und sowohl günstig als auch umweltschonend anreisen. Baden im Meer, Wandern, Radfahren und Wassersport sind nur wenige der Beschäftigungen, die ihr in der Natur nachgehen könnt ohne diese dabei zu bedrohen.

5. Welche Probleme bringt nachhaltiger Tourismus?

Nachhaltiger Tourismus klingt nach einem idealen Konzept, um intensiver zu reisen, Menschen und Umwelt Respekt zu zollen und dieses Privileg auch den späteren Generationen zugänglich zu machen. Klingt beinahe zu schön, um wahr zu sein. Tatsächlich ergeben sich in der breiten Umsetzung auch Probleme, die nur schwer zu überbrücken sind:

Gefahr des Massentourismus

Nachhaltiger Tourismus gilt als Gegensatz zum Massentourismus. Dabei beißt sich die Katze aber leider in den Schwanz. Würde Nachhaltigkeit in alle Reisearten integriert, würde die Sättigungsgrenze überschritten werden. Das Ergebnis wäre ein Massentourismus, von dem man sich ja ursprünglich distanzieren wollte.

probleme-nachhaltiger-tourismusNachhaltig Reisen als Privileg

Nur wenige Reieveranstalter haben sich auf nachhaltigen Tourismus spezialisiert. Die Angebote können preislich aus gutem Grund nicht mit Schnäppchenreisen mithalten. Wer die Umwelt schonen will, muss also tiefer in die Tasche greifen.

Eingegrenzte Zielgruppe

Als Varianten für sanftes Reisen werden häufig Aktivurlaube wie Radtouren, Wanderungen oder Reisen mit der Bahn angeführt. Diese sind aber nur Reisenden vorbehalten, die sich in guter körperlicher Verfassung befinden. Damit ist der Markt und die Anzahl von potenziell sanft Reisenden schon eingeschränkt.

Urlauber sollten auch darauf achten, dass die Worte „sanft“ und „nachhaltig“ nicht nur aus Marketinggründen genannt werden und dann vielleicht nur ein Aspekt (oder auch keiner) vor Ort umgesetzt wird.

6. Vorteile und Nachteile

Nachhaltiger Tourismus als Reiseform umfasst einen sorgfältigen Umgang mit allen Bereichen, in die ihr beim Reisen eingreift. Als Gegenbewegung zum Massentourismus bietet er damit nicht nur der Umgebung, sondern auch euch selbst eine Möglichkeit zur umfassenden Erholung. Auch wenn ihr eine Reise nicht, begonnen mit der Anreise über die Wahl der Unterkunft bis hin zu eurem Umgang mit Ressourcen und Menschen nachhaltig gestalten könnt oder wollt, gibt es einige Tipps die ihr beachten könnt, um an jeder Station eurer Reise die Umwelt zu schonen. Vor alle die Wahl eurer Transportmittel hat großen Einfluss auf euren ökologischen Fußabdruck. Wer nicht darauf verzichten kann, sich mehrmals im Jahr auf Reisen zu begeben sollte in Form von CO2 Kompensation versuchen, den Schaden möglichst gering zu halten.