Spätestens in diesem Moment legt sich eine wohlige Wärme um mein Herz und mit weichen Knien betrete ich den Ort, von dem ich seit meiner Kindheit Träume und den ich bereits nach zwei Minuten nie wieder verlassen möchte. Doch bevor ich in literarisch philosophischen Beschreibungen vollends versinke, lasst mich euch entführen; auf eine Reise durch eben den Teil in eurem Herzen, der ewig Kind bleibt. Bereits Peter Pan sagte: “Think of all the joy you’ll find when you leave this world behind!”. Das Schöne an Diseyland Paris ist; sobald du den Eingangsbereich durchschritten hast, lässt du die Welt automatisch hinter dir. Gedanken voller Alltag und Stress haben sich nach kürzester Zeit verflüchtigt. Selbst die Tatsache, dass ich 13 Stunden durch den Park gelaufen bin, hat mich in keiner Weise mental angestrengt (auch wenn ich für ein solches Vorhaben dringend bequemes Schuhwerk empfehle!).

Disneyland – Flug ins Nimmerland

Geflogen bin ich nach guter, alter, französischer Manier: mit Air France. Nach 40 Minuten Verspätung durfte ich endlich an Board und mir standen 75 Minuten über den Wolken bevor. So sehr ich den Aufenthalt in luftiger Höhe auch genieße, übermannt mich meine Flugangst doch schlussendlich und ich versuche mich mit literweise Tomatensaft abzulenken. Voller Vorfreude und vor allem lebendig erreiche ich den französischen Flughafen Charles de Gaulle. Mich empfängt ein eher semi-sonniges Wetter. Was mich allerdings nicht weiter stört – Disneyland besuche ich erst morgen. Vom Flughafen aus geht es direkt per Bus-Transfer in ein kleines Dörfchen namens Serries – Val d’Europe, nur zwei Kilometer vom Disneyland Paris entfernt. Ich entscheide mich für einen Shuttle Bus im Disney-Flair, den sogenannten VEA (Val d’Europe Airport CDG). Die entsprechenden Haltestellen für dieses Busunternehmen sind am Flughafen ausgeschildert und gut zu finden. In einem farbenfrohen Rot und mit deutlich sichtbaren Disney-Schriftzügen werde ich, sehr komfortabel, vor die Hoteltür chauffiert.

Die Unterkunft

Das Dörfchen Serries – Val d’Europe sieht aus, als wäre es erst gestern erbaut worden. Alles wirkt so steril und klar, fast schon surreal. Also, es leben schon Menschen dort, so ist es ja nicht. Es gibt einen Supermarkt, ein Restaurant, einen Bäcker und den obligatorisch Dorf-Friseur. Trotz allem scheint alles irgendwie unwirklich zu sein. Wie dem auch sei, ich wollte mir hier ja keine Eigentumswohnung zulegen. Sauber ist es, das muss man der Dorfgemeinde lassen. Bäume und rasenflächen sind hübsch angelegt und alles ist, typisch französisch, in hellem Sandstein gehalten.

Disneyland Serries

Inmitten dieser ansehnlich-sterilen Gegend befindet sich mein Hotel, Hipark Residences. Eine großzügige und gemütliche Lobby begegnet mir noch vor der eigentlichen Rezeption, an der ich freundlich empfangen werde. Auch hier ist es sauber und ordentlich. Lasse ich meinen Blick durch die Lobby in den Innenhof schweifen, entdecke ich den hauseigenen Pool, der sich, hübsch angelegt, direkt im Zentrum der Anlage befindet. Die Zimmer sind einem 3* Hotel entsprechend und beherbergen sogar eine Spüle, eine Mikrowelle und einen Kühlschrank. Sauber und gemütlich ist an dieser Stelle auch das Bett zu erwähnen. Schwuppdiwupp, da ist die Nacht vorbei und ich schmeiße mich unter meinen Mickey Maus Hut und stülpe noch schnell meinen überdimensionalen Mickey Handschuh über die linke Hand. Aufgeregt stürme ich die Korridore entlang und befinde mich schlussendlich… im Speisesaal. Ach so, da war ja was: Frühstück. Selbstverständlich lasse ich mich noch zu einem heißen Kaffee und einem reichhaltigen Frühstück überreden, bevor ich mich in ein Abenteuerland sondergleichen stürze. Das Frühstück, so muss ich betonen, war überaus üppig und schmackhaft. Man sah hier von Ham & Bacon ab und servierte stattdessen, Croissant, Baguette, sowie süßes und normales Toast. Die gekochten Eier waren ebenso vorhanden, wie eine Müsli-Auswahl und verschiedene Säfte, sowie Wurst- und Käsesorten – hat mir sehr gefallen. Nun aber, wieder hinein in die schrullige Klamotte und ab dafür.

13 Stunden lang träumen

Vom Hotel aus habe ich verschiedene Möglichkeiten zum Resort zu gelangen. Der Fußweg würde mich knapp eine halbe Stunde kosten, wohingegen ich mit dem kostenlosen “Disneyland Shuttle Service” nur ca. fünf Minuten brauche. Die Haltestelle dafür befindet sich direkt vor dem Hotel. Ich steige also ein und erreiche, wie erwartet, wenige Minuten später das riesigen Areal von Disneyland. Bevor ich allerdings vor den Toren stehe und den “heiligen” Boden betrete, führt es mich noch an Grünanlagen, Figuren-Bäumchen, Statuen, Monumente und… der Taschenkontrolle vorbei. Links der Pfad für Taschenträger, Rechts die Taschenfreien Mitmenschen. Ein kurzer Blick, ein beherzter Griff auf der Suche nach gefährlichen Gegenständen und weiter geht’s. Kein Schlangestehen, kein Gedrängel. Von den organisatorischen Fähigkeiten des Park-Personals bin ich sehr angetan und das soll mir auch im Laufe des weiteren Tages noch mehrfach bestätigt werden. Noch ein Teich zu meiner Linken und ein Springbrunnen zu meiner Rechten und da stehe ich nun; vor einer gewaltigen, quietsch-rosanen Gebäudefront, die gleich zwei Dinge miteinander verknüpft: Den Eingang zum Disneyland Resort Paris mitsamt der Kassen-Einrichtung und das dem Resort angehörige Disneyland-Hotel. Ich bin erstaunt, widererwartend halte ich nach nur wenigen Minuten meine Eintrittskarte in der Hand, ohne mich einer nicht enden wollenden Warteschlange zu unterwerfen. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass die Eintrittskarte sowohl für das Resort, als auch für die Disney Studios gilt. Diese befinden sich (vorm Eingang stehend) zu meiner Linken. Doch erst einmal, hinein ins Park-Getümmel. Um ein etwaiges Massengedrängel zu vermeiden, setzt man hier auf kleine Tore mit Kartenkontrolle und Passierschranken.

Die Kartenpreisen vor Ort (online im VVK günstiger):

1 Tag / 2 Parks
Erwachsene = 90 Euro
Kinder = 82 Euro
2 - 5 Tage / 2 Parks
Erwachsene = von 174 Euro bis 209 Euro
Kinder = von 126 Euro bis 190 Euro

Mit Mickey Maus ins Abenteuer

Da stehe ich nun also, direkt auf dem Town Square und werde von den ersten Eindrücken überschwemmt. Merchandise so weit das Auge reicht; und ich befinde mich erst am Eingang. Schrullige Vehikel im Stil der 20er Jahre kurven vereinzelt auf den Straßen umher, die von Kiosks und Buden gesäumt sind. Die Häuser sind ebenso bunt und liebevoll, wie jeder Disneyfilm, der über unsere TV-Geräte flimmert. Ich könnte bereits hier meine Kreditkarte gnadenlos strapazieren und unzählige Gimmicks, Pullover oder Hüte erwerben.

Disneyland Hotel und Eingang

Tipp: Auch wenn es verlockend scheint; hebt euch das Shoppen für einen späteren Zeitpunkt auf. Ihr werdet noch auf unzählige Stores stoßen, in denen ihr neben dem Basis-Sortiment auch viele themenspezifische Fanartikel entdecken werdet: Star Wars, Toy Story und Co. haben oft eigene Läden. Außerdem lassen sich die gekauften Produkte schwer transportieren oder in den Fahrgeschäften verstauen. Shoppen solltet ihr also im Nachhinein (ein Hut oder ein Pulli für unterwegs, um “Flagge” zu zeigen ist allerdings nicht verwerflich).

 

Für Familien mit Kindern, können direkt am Eingang Kinderwägen geliehen werden. Zudem gibt es Rollstühle für diejenigen, die schlechter zu Fuß oder gar krank/behindert sind und Unterstützung brauchen. Mit einem Kribbeln im Bauch entdecke ich die Meet-and-Greet (MaG) Punkte, die überall im Park zu finden sind, an denen ich mich mit Mickey, Goofy und Co. ablichten lassen kann. Der erste Punkt ist direkt im Eingangsbereich.

Lustige Zeitgenossen und bunte Straßen

Ich folge der Hauptstraße in Richtung Norden und bewege mich direkt auf den Central Plaza zu. Abgelenkt von den Shops auf der linken und rechten Seite, dem Duft von Süßigkeiten und einer malerisch traumhaften Ice Cream Corner stolpere ich über den nächsten Meet-and-Greet Punkt, kurz vor dem Plaza auf der linken Seite. Wem viel daran gelegen ist, ein freudiges Selfie mit den Disneyfiguren als Andenken mitzunehmen, der sollte sich an den MaG Punkten orientieren, denn an jedem Punkt stehen unterschiedliche Charaktere.

Disneyland Shop

Am Central Plaza angekommen, habe ich meine erste Trance-Phase überstanden und erlange langsam aber sicher meinen klaren Kopf wieder. Dem Denken wieder mächtig, versuche ich mir einen Masterplan für die Park-Erkundung zu erstellen.

Die Rollercoaster und der praktische Fast Pass

Folgender Gedankengang überzeugte mich:

Da ich mich noch am Anfang meiner Reise befinde und genug Kraft habe, entscheide ich mich dafür, zuerst einmal die Fahrgeschäfte herauszufordern, bevor ich mich der gemütlichen Entdeckung hingebe. Das bedeutet, ich suche mir (zu Beginn) die beliebtesten und zweifelsohne überfüllten Rollercoaster aus, um den Menschenmassen zuvorzukommen.

Meine erste Station heißt Space Mountain – das Areal gleich rechts vom Central Plaza: Discoverland. Wie vor jeder großen Attraktion, steht auch hier die geschätzte Wartezeit auf einer Anzeigentafel. 15 Minuten klingen für mich machbar und kommen der Wartezeit eines Starbuck’s in großen Metropolen gleich – abgemacht, rein da. Ich werde in meinem Bericht keine Einzelheiten zum Fahrerlebnis preisgeben; diese Erfahrung soll jeder von euch selbst machen dürfen. Wer doch interessiert ist, kann den Ergänzungsbeitrag zum Thema Rollercoaster einsehen.

 

Für die weiteren großen Attraktionen laufe ich tatsächlich eher hastig den Park ab:

  • Indiana Jones und der Tempel von Peru im Adventureland
  • Big Thunder Mountain im Frontierland
  • Phantom Manor im Frontierland
  • Buzz Lightyear Laser Blast im Dicoverland

 

Da sich die Wartezeiten innerhalb von Minuten multiplizieren, entscheide ich mich für den sogenannten Fast Pass. Der Fast Pass beschert euch wortwörtlich, was er zu sein scheint: Einen schnelleren Zugang zu den Attraktionen. Das funktioniert wie folgt:

  1. An den größeren Stationen befindet sich neben dem eigentlichen Eingang ein weiterer, separater Bereich für Fast Pass Nutzer.
  2. Eine Anzeigentafel über eben diesem Bereich verrät euch, zu welcher Zeit ihr zurückkehren müsst, um den Fast Pass nutzen zu können. Das kann in kürzester Zeit sein oder auch in mehreren Stunden. Angegeben wird immer eine Zeitspanne, wie zum Beispiel zwischen 14:15 und 15:45.
  3. Einfach eure Eintrittskarte an den Scanner halten und euer Fast Pass wird gespeichert.
  4. Im genannten Zeitraum zurückkehren und den Fast Pass Eingang nutzen.
  5. Karte vorzeigen und nach der Kontrolle geht es direkt über die Abkürzung an den Menschenmassen vorbei, bis kurz vor den Einstieg ins Fahrgeschäft.

Tipp: Ihr könnt immer nur eine bestimmte Anzahl an Attraktionen auf der Eintrittskarte speichern (i.d.R. bis zu drei). Allerdings setzt sich die Speicherkapazität wieder zurück, sobald einige Zeit vergangen ist oder ihr die Attraktionen besucht habt.

Das Cinderella-Schloss 

Ich habe mich also durchschütteln lassen, Loopings überlebt, Höchstgeschwindigkeiten getrotzt und meinen Kehlkopf heiser geschrien. Das Thema Rollercoaster lasse ich also hinter mir. Jetzt möchte ich mich in der Welt von Disneyland verlieren, mich der bunten und schrulligen Umgebung hingeben und vor allem vergessen, wie alt ich bin. Mein Ausgangspunkt Central Plaza, direkt vor dem Hotspot: Das Disneyschloss. Auf meinem Weg zu den unterschiedlichen Fahrgeschäften, passierte ich das Schloss immer und immer wieder. Jedes Mal ging ein ganz besonderer Zauber vom Schloss aus, jedes Mal schoss ich ein Foto, blieb kurz stehen und war gedankenverloren. Also warum nicht, hinein in den Mittelpunkt dieser Traumwelt.

Disneyland Schloss

Tipp: Kurz bevor ihr dem Hauptweg ins Schloss folgt, geht ein kleiner Pfad links ab. Nehmt euch die paar Minuten Zeit und traut euch in die Höhle von Malefiz (Maleficent), um dem Drachen gegenüberzutreten.

 

Im Schloss angekommen überwältigen mich runde, fortlaufende Formen. Lichter entführen meine Blicke entlang der Fassade und da sind sie wieder: die weichen Knie. Das Disneyschloss: Ein Ort voller Zauber, das Heim der Prinzessinnen, das Wahrzeichen, eingeblendet vor jedem Disney Film. Kleine und große Karussells verlaufen am Wegrand im Fantasyland hinter dem Schloss und nach der surrealen Welt von Alice lande ich bei der Attraktion “It’s a small World”; diese bietet eine Indoor-Bootsfahrt durch einen Teil des Fantasylands.

Nach dem Fantasyland bewege ich mich entgegen des Uhrzeigersinns ins Adventureland. Hier gibt es vor allem für Kinder eine Menge zu entdecken. Ein Baum-Parcours, eine begehbare Piratenbucht und ein Spielplatz direkt vor einem riesigen Piratenschiff. Hier trifft die Freibeuter-Epoche auf die Kultur von Peru, mit den Attraktionen von Indianer Jones.

Direkt im Anschluss besuche ich das Frontierland. Ein kerniges und imposant solides Areal in dem ich mich zu einer Mittagspause hinreißen lasse. Gegenüber vom Mississippi-Dampfer finde ich ein rustikales Steak-House. Ich gönne mir einen kurzen Blick ins Innere der Lokalität. Ich muss zugeben, das Essen auf den Tellern der Gäste sieht nahezu perfekt zubereitet aus und es duftet nach Barbecue-Sauce, Fleisch und Kartoffelecken. Einzig und allein der Preis ist der Grund für den Weg nach draußen: satte 37 Euro für ein Steak-Menü (und ich lese nirgendwo Kobe-Rind). Direkt nebenan befindet sich allerdings ein Imbiss der an einen Saloon erinnert. Hier gibt es Chicken Nuggets, Burito, Burger und Chicken Wings mit Salat und Pommes Frites. Eine, für Disneyland, adäquate Summe von rund 10 Euro lassen die Situation schon anders aussehen. Meine Entscheidung steht und das Essen war gut.

Tipp: Die Genuss-Biertrinker unter euch dürften daran interessiert sein, dass Bier im Disneyland nicht an Kioske oder Getränkeständen verkauft werden. Lediglich Lokale in denen auch Essen ausgegeben wird, schenken Bier aus. Hier kann man also zum Menü oder auch einzeln ein kühles Hopfen- und Malzgetränk erwerben. Dafür müsst ihr allerdings zwischen vier und fünf Euro locker machen. Aber es schmeckt.

Disney Studios 60s

Um noch einmal auf die organisatorischen Fähigkeiten des Park-Personals einzugehen, die ich Anfangs bereits erwähnt habe: An wirklich allen Ecken und Enden könnt ihr euch erkunden, Fragen stellen, Hilfe bekommen. Das Personal war durchweg freundlich, spricht so ziemlich jede europäische Sprache, mindestens aber immer Englisch und natürlich Französisch. Zudem mangelt es zu keiner Zeit an Toiletten. Eine Wickelstation gibt es zentral gelegen, an der Hauptstraße beim Central Plaza. Eine behindertengerechte Toilette befindet sich in jedem Abschnitt. Widererwartend gab es auch hier zu keinem Zeitpunkt eine Schlange oder lange Wartezeiten. Weder bei den Männern (was ja auch eher selten ist), noch bei den Damen der Schöpfung (was nun wirklich ungewöhnlich ist).

Letzte Station im Resort ist nun noch einmal das Discoverland, mit einem ganz bestimmten Ziel: Die Star Wars Area. Als alteingesessener Star Wars Fan eine Selbstverständlichkeit. Im Nachhinein war das, rein finanziell betrachtet, wohl mein größter Fehler. Das Star Wars Merchandise schießt aus den Regalen, wie Unkraut aus dem Boden. Ich kann zu kaum einem Gegenstände nein sagen. Selbst ein Laserschwert kann ich mir selbst zusammenbauen, Ewoks kaufen, Kostüme anhimmeln und originalgetreue Plastikwaffen begutachten. Sämtliche Merchandise-Produkte sind von erstaunlich guter Qualität. Klar, ein Großteil davon ist Plastik; allerdings habe ich schon wesentlich schlechter verarbeitetes Material gesehen. Das bezieht sich auf alle Produkte, nicht nur die im Star Wars Shop.

Disneys „Once Upon A Dream“ Parade

Meine schlendernde Haltung mit, nach wie vor, erstauntem Gesichtsausdruck wird kurz unterbrochen, als ich realisiere, dass es kurz vor fünf ist. In dieser Zeit versammeln sich nahezu alle Besucher des Disneyland an der Hauptstraße. Der Grund: Die Disney Parade steht kurz bevor. Familien mit Kinder schlagen sich bis an die Bürgersteigkante durch, um möglichst viel zu erkennen und die perfekten Fotos zu schießen. Um 17:00 ist es dann soweit, die Musik ertönt und die Menge wird durch unzählige Lautsprecher, die im Park verteilt sind, beschallt. Es folgen Paradewägen, die sich in voller Pracht präsentieren. An mir ziehen zahlreiche Disney-Welten vorüber. Peter Pan, Toy Story, Das Dschungelbuch und natürlich auch die Eisköniging; die übrigens die Menschen zum ausrasten bringt. Applaus erntet jeder einzelne Wagen, doch die Popularität und Beliebtheit der Eiskönigin ist deutlich spürbar. Die Parade erstreckt sich über die Hauptstraße des Resort und dreht eine großzügige Runde. Nach ca. 30 Minuten ist das Spektakel vorbei und die Besucher verteilen sich wieder in den Gassen, Shops und Distrikten des Parks.

Disneyland Parade

Walt Disney Studios

Um 22:00 erwartet mich dann der fulminante Abschluss: Eine unvergessliche Lichtershow mit eindrucksvollem Feuerwerk, direkt am Disneyschloss. Bis dahin habe ich nun noch vier Stunden Zeit. Ich nutze die Gelegenheit für genau zwei Dinge:

  1. Ich schaue mir die Disney Studios an
  2. Ich gehe shoppen

Disneyland Disney Studios

Noch einmal checken, ob sich meine Eintrittskarte auch da befindet, wo ich sie gelassen habe und los geht’s. Raus aus dem Resort, leicht rechts halten und schon stehe ich vor den Toren der legendären Studios. Nachdem ich die Kontrolle passiert habe, finde ich mich in einer Welt voller Neon-Schriftzüge wieder. Cafés und Bars im Stil der 60er Jahre ziehen an mir vorüber während ich durch eine Passage streife. Das Tageslicht hat mich wieder und vor mir erhebt sich eine Eisenstatue von Walt, der stolz nach der Hand von Mickey greift. Erneut überkommt mich eine emotionale Welle und gibt mir das überzeugende Gefühl wieder Kind zu sein. Schnell noch ein Selfie.

Tipp: Selfiesticks sind übrigens im gesamten Park verboten. Wer mit einer erwischt wird, wird dazu angehalten sie zu verstauen. Im Ernstfall wird die Stange entwendet.

Disney Studios Neon

Die Disney Studios bieten neben einigen, wirklich lohnenswerten Fahrattraktionen auch viele Live-Shows. Vor allem der linke Teil bietet Stunts und Action hautnah. Rechts finde ich das Toy Story Playland, Crush’s Coaster neben Aladdin’s Wunderland und eine Ratatouille-Erlebniswelt. Wer wirklich ein Fan von Achterbahnen und Co. ist, der sollte zwei Dinge auf keinen Fall verpassen:

Zum einen den RC Racer (sieht langweilig aus, macht aber unendlich viel Spaß) und zum anderen und mein persönlicher Favorit von allen getesteten Fahrgeschäften, den Twilight Tower of Terror. Der hat wirklich unnatürlich viel Spaß gemacht und mich ungeschlagen unterhalten. Wäre da nicht die Wartezeit, hätte ich mich bestimmt noch einige Male mehr hineingewagt.

Disneyland Twilight Tower of Terror

Neben Stitch habe ich mir noch die Show aus Art of Disney Animation angesehen. Auch wenn ich mir ein wenig mehr davon erhofft habe, war es zwar eine kurze, aber unterhaltsame Darbietung. Wer sich diese 30 Minuten allerdings sparen möchte, der verpasst nichts weiter, als [SPOILER!] einen Zusammenschnitt zahlreicher Disneyfilme und einen Dialog zwischen einem französischen Animations-Designer vor euch auf der Bühne, der sich mit Mushu aus Mulan auf einer Leinwand unterhält.  

Und auch, wenn ich hier zwischen den Disney Studios einige Geschäfte finden kann, entscheide ich mich für die Produktvielfalt im Resort und machen mich auf den Rückweg dorthin, um auch den Rest aus meiner Kreditkarte zu kitzeln. Mit vollgestopften Tüten und selbstverständlich mit einem original Disneyland Paris Pullover beekleidet, folge ich den Menschentrauben Richtung Schloss. Es sind noch knapp 30 Minuten bis zur Show. Ich bin seit 12 Stunden unterwegs und gönne mir eine kurze Pause auf dem Asphalt der pastellfarbenen Straße.

Au Revoir et Merci Beaucoup

Ab 21:30 begleiten mich regelmäßige Durchsagen, ähnlich einem Countdown, bis zum Start der Show. Um Punkt 22:00 wird es dunkel – sämtliche Lichter im Park werden gedimmt oder erlischen komplett. Zeitgleich fällt eine ergreifende Stille über den Park. Eltern, Kinder, Gruppen, Paare, Singles, jeder Einzelne hält kurz inne. Die ersten Töne erklingen aus den Lautsprechern über meinem Kopf. Jeder der eben noch saß, steht jetzt auf seinen Beinen. Kinder erklimmen die Schultern ihrer Eltern und Tausend Arme ragen in den Himmel, halten Handys und Fotoapparate in die Luft und begleiten die Show mit Blitzlicht und hell erleuchteten Displays. Die Musik hat genau die richtige Lautstärke: eindringlich, ohne zu dröhnen. Sie entführt mich direkt in das Spektakel, ohne dass ich mich unwohl fühle. Das Schloss verwandelt sich in eine Leinwand und gekonnt erstrecken sich Lichter und Laser über die Fassade und binden Bilder und Geschichten in die Form des Gebäudes ein. Begleitet von Feuerbällen und Wasserfontänen, unterstützt von einem unvergesslichen Feuerwerk. Jeder Disneyfilm scheint irgendwie in die Show integriert zu werden. Meine erste Gänsehaut legt sich auf meinem Körper nieder, als nach einer kurzen Stille und einem zaghaften Applaus der Menge, der Opener vom König der Löwen aus den Boxen hallt und sich in Mark und Bein arbeitet. Das Tränchen konnte ich mir gerade noch so verdrücken. Der zweite Moment, den ich als sehr imposant empfinde, ist der, als Elsa aus Die Eiskönigin ihre Stimme erhebt, um Let it go zu ihrem Besten zu geben. Und das war es noch nicht einmal, was mich so berührt hat; vielmehr die Reaktion der Massen, die lauthals feierten und ihrer Euphorie für Die Eiskönigin freien Lauf ließen. Sie klatschten und gaben mir das Gefühl, allein dieser Moment war es wert, meine Reise ins Disneyland anzutreten. Völlig verzaubert, emotional berührt, wie in Trance verlasse ich den Park – genau so wie ich ihn betreten habe.

Disneyland Paris Schloss Show

Ist die Show vorüber, geht es mit dem Fluss der Massen in Richtung Ausgang – der Park schließt um 23:00. Hier kommt zum ersten Mal zähflüssiger Verkehr zustande, jedoch kein Stillstand. Folgt man dem Weg vom Park wegführend, landet man entweder direkt am Bahnhof oder an der Busstation. Von hier aus kann man nun, seinen bevorzugten Rückweg antreten. Ich nehme den selben Shuttle Service, mit dem ich auch die Hinfahrt überlebt habe – sicher ist sicher.

Fazit

Ich bin mittlerweile seit 13 Stunden auf den Beinen. Vollends glücklich. Ich habe mir einen Traum erfüllt und es war schöner, als ich es zu hoffen gewagt hatte. Ich hatte Bedenken, mein bereits fortgeschrittenes Alter hemmt mich in meiner Begeisterung – nichts dergleichen. Disneyland konnte mich begeistern und hat Spuren hinterlassen. Ich bin mir sicher, ein Fazit ist an dieser Stelle nahezu überflüssig – mein Text spricht für sich. Was ich sagen möchte: Disneyland Paris war ein unvergessliches Erlebnis. Ich komme wieder!