Unsere Redakteurin Elisabeth ist auf der Messe einem ganz anderen Trend nachgegangen: Das schwedische Lappland, Tansania, Partnerland Botswana und sogar Nordrhein-Westfalen – etliche Stände bieten Virtual Reality-Brillen zum Erkunden des eigenen Angebots an. Technologisch ging es, neben den VR-Brillen, die zum Testen von Strandspaziergängen oder Begutachten der Zimmerausstattung vor dem Urlaub eingesetzt werden können, werden Roboter im Tourismus immer wichtiger. In Japan gibt es seit 2015 sogar ein Roboterhotel ohne menschliche Angestellte. Spannend genug für einen Erfahrungsbericht, finden wir:

Eigentlich war es wie jede Internationale Touristikbörse der letzten Jahre, die ich besucht habe, als ich heute Morgen in die heiligen Hallen trat. Frühs war es noch nicht ganz so voll und ich konnte durch die Gänge schlendern – und das am ersten Tag! Dennoch gab es wieder einige Veränderungen, die meine Aufmerksamkeit erhielten. 

Botswana – die Hauptattraktion

Wie jedes Jahr durfte auch dieses Jahr ein Land als offizielles Partnerland der ITB auftreten. Dieses ist 2017 die Republik Botswana. Im südlichen Teil von Afrika gelegen, verfolgt es einen aufstrebenden Tourismus und hat bereits einige Wirtschaftsreformen erlassen, die diesen stärken sollen.

In Botswana kann man noch die ältesten indigenen Völker erleben, ihren Tänzen und Gesängen horchen – das wahre Afrika wie wir es aus den Büchern kennen. Dies durfte ich beim Betreten einer der vielen Hallen, erleben, als mir auf einmal mehrere Botswaner entgegenkamen und den traditionellen Tanz in traditioneller Kleidung vorführten.

Am Stand durfte ich erfahren, wie vielfältig Botswana ist: Safaris mit den Big 5 (Elefanten, Nashörner, Leoparden, Löwen und Büffel), das Okavango Delta oder die Salzpfannen des Makgadikgadi-Pans-Nationalpark. Ein Land das auf der Bucketlist stehen sollte! Weitere Informationen gibt es unter www.botswanatourism.co.bw oder auf der ITB Berlin bis Sonntag.


Massentourismus versus Entwicklungsministerium

Interessant wurde es auch als ich am Stand des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung den Mitarbeitern die Frage stellte, was das Ministerium gegen den Massentourismus unternimmt.

Die Mitarbeiterin der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bestätigte, dass ein Aufhalten gar nicht möglich ist, aber das in anderen Bereichen das Ministerium unterstützend international wirkt. Es hat sich auf die Fahne geschrieben, die biologische und kulturelle Vielfalt zu schützen und die Risiken zu begrenzen, um den Tourismus nachhaltiger zu gestalten. Deshalb arbeitet das Ministerium bereits mit Touristikministerien zusammen und versucht in verschiedenen Projekten einzelne Reiseländer, z.B. bzgl. der Infrastruktur oder Abfallwirtschaft, zu stärken. Aktuell werden insgesamt zwei Länder und eine Region mit dem Schwerpunkt Tourismus von der GIZ unterstützt: Albanien, Marokko und die Donauregion. Das Projekt in Marokko hat zum Beispiel zum Ziel, die Beschäftigung aber auch das Einkommen in ländlichen Regionen zu fördern.

Weitere Informationen erhaltet ihr unter www.bmz.de und www.giz.de


Die Künstliche Intelligenz – unser zukünftiger Urlaubspartner?

Ganz so weit ging es auf der diesjährigen ITB nicht, wenn über die Künstliche Intelligenz gesprochen wurde. Obwohl, den Singles würde das sicherlich ein wenig Einsamkeit nehmen. Diesen Fortschritt konnte Prof. Dr. Hans Uszkoreit vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in seinem Vortrag mit dem Titel „Technology vs. Humanity? Perspektiven Künstlicher Intelligenz für Wirtschaft, Gesellschaft und Menschheit“ auf dem ITB Future Day noch nicht feststellen. In seinem Vortrag bestätigte Uzkoreit, dass die Künstliche Intelligenz in verschiedenen Bereichen in der Gegenwart aus unserem Leben nicht herauszudenken ist und immer mehr an Bedeutung gewinnt. Siri und Alexa machen es bereits vor! Computer erlernen neue Prozesse und können statistisches Verhalten wiedergeben. Sie erlernen gar unser Verhalten – das bewies zuletzt ein Computer, der gegen den Schachweltmeister gewann.

Die KI wird in jeglicher Form in der Zukunft unliebsame Tätigkeiten ausführen und den Service nicht nur auf dem Reisemarkt perfektionieren, aber auch diese Technologie hat Grenzen und wird nie menschlich sein – das ist der Punkt an dem wir das mit dem künstlichen Urlaubspartner vergessen können.


Mit dem Roboter Aug in Aug

Ein Highlight auf der Messe war meine Begegnung mit echten Robotern, die fast so groß wie ich waren. Vincent Samuel am Stand der Firma Soft Bank Robots zeigte mir was Roboter heutzutage draufhaben. Ich konnte mit ihnen sprechen, ihnen Anweisungen geben und sie hinter mir herfahren lassen. Eingesetzt werden diese Roboter, die bereits 12 Sprachen verstehen, in Hotels als sprechender „Check-in-Schalter“, als Informationsgeber, z.B. für Sehenswürdigkeiten und Erklärung der Stadtpläne.

In den reicheren asiatischen Ländern sind Roboter heute schon, viel mehr als in der westlichen Welt, in den Alltag integriert. Während Kinder Märchen mit dem freundlichen Roboter als Hauptfigur sehen, wird ein Hotel in Tokio komplett von Robotern geführt. Langsam sind die Zeiten also vor, in denen die Künstliche Intelligenz von einigen als dämonische Obsession abgewertet wurde.

Kurzinfo Roboterhotel:

Im Juli 2015 eröffnet in der Nähe von Nagasaki das Henn-na Hotel, das erste komplette Roboterhotel der Welt. An der Rezeption werdet ihr von einem Dino-Roboter begrüßt, die Zimmertür öffnet sich durch Gesichtserkennung und im Zimmer steuert ihr alles mit eurer Sprache. Menschen trifft man hier hingegen nicht. Ca. 118€ kostet die Übernachtung in einem Doppelzimmer. Neben dem Henn-na werden Roboter aber auch in weiteren Teilen der Welt im Hotelgewerbe eingesetzt. Im Marriott Hotel in Gent sitzt ebenfalls ein Roboter an der Rezeption und in Amerika hat sich der Kofferroboter bereits in einigen Hotels etabliert. Experten gehen davon aus, dass in 20 Jahren 35 Prozent der Jobs von Roboter übernommen werden. Einer allerdings vermutlich nicht: Das Zimmer aufräumen. Denn hierfür benötigt selbst das Roboterhotel noch menschliche Unterstützung.


Seid dabei! Besuchertage: Samstag und Sonntag (11. + 12. März 2017)

Bis Sonntag kann die ITB noch besucht werden. Sie beherbergt in den Hallen 1 – 26 alles, was das Reiseherz höher schlagen lässt. Insgesamt könnt ihr 10.000 Aussteller aus 187 Ländern bestaunen.

Mittel- und Südamerika stellen sich vor: die Ausstellungsflächen dieser Weltregion erscheinen von Jahr zu Jahr größer.

Gay&Lesbian Travel Community: die IGLTA Foundation bringt Interessenten und Veranstalter zusammen