Kein Verbot für elektronische Geräte

Geschäftsreisende, Blogger und alle Kunden, die ihre Flugzeit sinnvoll nutzen wollen, können aufatmen: Das angekündigte Verbot von Laptops und Tablets im Handgepäck auf allen USA-Flügen tritt doch nicht in Kraft! Zumindest nicht für Staaten der Europäischen Union.

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LaptopFlughafen

Was ändert sich, was bleibt gleich?

Alle Flüge in die USA müssen durch die neuen Vorschriften viel genauer kontrolliert werden. Allerdings ist dafür in erster Linie die Airline zuständig – nicht der Flughafen. Die Airline wird eure Flugbuchung deswegen in Zukunft viel genauer prüfen. Dazu gehört zum Beispiel die genaue Überprüfung von Angaben zu eurer Person. Passt also gut auf, dass ihr richtige Angaben (mit zweitem Vornamen und der korrekten Schreibweise) bei der nächsten USA-Buchung macht!

Etwas aufwendiger ist aber die Überprüfung von allen Geräten, die größer als ein Smartphone sind. Das ist ab sofort Vorschrift: Viel gründlicher als vorher müssen jetzt Laptops und Tablets unter die Lupe genommen werden. Darauf vorbereiten könnt ihr euch aber nicht wirklich. Von längeren Warteschlangen an der Security-Schlange solltet ihr aber ausgehen.

Dazu kommen zusätzliche Sicherheitschecks: Mehr Spürhunde, genaue Überprüfung der Flugzeuge und regelmäßige Kontrollen in den Passagierbereichen am Flughafen.

FlughafenArmee

Ab wann treten die Regeln in Kraft?

Ab wann die neuen Regeln genau umgesetzt werden soll, ist noch sehr undeutlich formuliert: Die US-Regierung spricht von den „nächsten Wochen und Monaten“. Aber vorbereiten auf längere Schlangen und stärkere Kontrollen könnt ihr euch schon jetzt. Auch in der Übergangsphase wird das Sicherheitspersonal bei USA-Flügen ganz genau hinschauen.

Wenn ihr also per Zug zum Flug anreist, oder ihr an staugeplagten Straßen wohnt, solltet ihr für die Anreise zu eurem nächsten USA-Flug einige Minuten mehr einplanen. Die Airline kann euch das Boarding bereits jetzt verweigern, wenn ihr später kommt als 90 Minuten vor Abflug. Es ist davon auszugehen, dass auch diese Zeit länger wird.

Welche Länder sind davon ausgenommen?

Dann spare ich mir eben die Zeit und reise über Norwegen ein, denkt sich der Schelm. Leider funktioniert das aber nicht! Das Verbot gilt in dieser Form für alle Länder der Welt – und da geht es dem EU- und Schengenraum noch richtig gut! Wie ihr vielleicht durch unsere letzten Fliegernews mitbekommen habt, gelten viel verschärftere Vorschriften in Ländern des Nahen Ostens, China oder manchen südasiatischen Ländern. Von diesen Destinationen ist die Mitnahme eines Laptops im Handgepäck bspw. gänzlich verboten.

Wie genau wissen die USA, ob die Checks eingehalten werden?

Klar ist: Die Sicherheit soll mit dieser Maßnahme erhöht werden. Damit das auch wirklich passiert, sind an allen Flughäfen, an denen Flüge in die USA angeboten werden Beamte aus den Vereinigten Staaten (Transportation Security Administration) vor Ort. Diese führen teilweise auch Sicherheits-Checks durch. Das ist übrigens auch im Flugzeug selber der Fall. Stellt euch also auf Kontrollen im Flugzeug mit voller Bewaffnung ein!

Sollte ans Licht kommen, dass eine Airline die neuen Maßnahmen nicht so ganz ernst nimmt, würde das drastische Folgen haben: Die US-Regierung hat angekündigt, bei Verstößen rigoros zu handeln. Das heißt, dass eine Airline, die die Vorschriften nicht ausreichend beachtet ihr USA-Geschäft einstampfen kann. Die Fluggesellschaft würde dann keine Landeerlaubnis mehr in den Vereinigten Staaten bekommen. Auch wenn alle Gegenstände ins Aufgabegepäck verfrachtet wurden.

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Warum gelten die Vorschriften nur für die USA?

In die USA fliegen war schon immer etwas Besonderes. Früher vor allem wegen des Reizes als „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ und heute vor allem wegen der komplizierten Einreise. Neben einem ESTA-Visum, extra gründlichen Sicherheitschecks und langen Schlangen an US-Flughäfen, um endlich aus dem Flughafenbereich zu kommen, gibt es schon heute viele Vorschriften zu beachten.

Die USA setzen traditionell viel auf „Heimatschutz“ und haben eine der schärfsten Einreisekontrollen weltweit – egal woher der Flieger kommt. Ob Mexiko, Südafrika oder Australien – wer in die Vereinigten Staaten will, muss schon lange etliche Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen. Zusammen mit der aktuellen Trump-Regierung wird der Terrorschutz nun verschärft. Damit erklären die Behörden auch die komplizierten Vorschriften für elektronische Geräte.

Warum gibt es dieses Verbot und die Einschränkungen?

Viele regen sich jetzt wieder auf: Andere Länder haben keine solchen Kontrollen und da funktioniert doch auch alles! Dies ist aber nicht ganz korrekt: Es gibt durchaus Belege, dass in elektronischen Geräten einfacher Sprengstoff zu verstecken ist, als beispielsweise direkt am Körper, im Sandwich oder an Accessoires.

Zudem ist es nach wie vor möglich, insbesondere in Ländern mit geringeren Sicherheitsvorschriften wie etwa Ägypten oder Somalia über Umwege oder Bestechungen verbotene Substanzen an Board zu bringen. Auch wenn das die absolute Ausnahme darstellt, können so die stärkeren Maßnahmen begründet werden. Und da nimmt man dann vielleicht doch gerne 5 Minuten Wartezeit mehr in Kauf.

Gilt das neue Regelwerk auch auf Inlandsflügen?

Ganz offiziell gelten die Vorschriften nur für Flüge in die USA und aus den Vereinigten Staaten heraus. Inlandsflüge sind also formal nicht betroffen. Allerdings kündigte die Regierung an, dass auch auf Flügen innerhalb der USA die Sicherheitsvorkehrungen erneut verstärkt werden sollen! Also gilt auch hier: Lieber einen Zug früher zum Flughafen nehmen, oder das Taxi eine Viertelstunde eher ordern als gewohnt!