Das Umweltverschmutzung ein krankhaftes Symptom unserer Gesellschaft ist, die nach und nach die Erde herunterwirtschaftet, ist kein großes Geheimnis und sicherlich jedem von euch schonmal über den Weg gelaufen. Doch nur wenige können sich die globalen Ausmaße vorstellen, die eine Plastikflasche, das Papier eines Schokoriegels oder das Duschbad haben kann. Wir klären auf, denn Müllinseln im Meer kommen nicht von Ungefähr.

Muell Tuete Korallen

Wie viel Müll treibt überhaupt in den Meeren?

Könnt ihr euch vorstellen wie viel Müll 100 bis 142 Millionen Tonnen sind? So viel Müll befindet sich Schätzungen zufolge aktuell in den Meeren der Welt. In diesen Dimensionen verliert man leicht den Überblick.

  • Das entspricht ungefähr dem Gewicht der Hälfte aller Menschen auf dieser Welt.
  • Das entspricht etwa 750.000 Blauwalen (das schwerste Tier der Welt).
  • Das entspricht etwa 14.200 Eiffeltürmen!

Schätzungen zeigen auch, dass diese Müllverschmutzungszahlen – den größten Teil macht übrigens Kunststoff aus – keineswegs kleiner werden. Im Gegenteil! Wie das Umweltbundesamt online schreibt, kommen jedes Jahr 10 Millionen Tonnen in den Weltmeeren hinzu! Dort verteilen sie sich durch Wind und Strömung, sinken zu Boden oder bleiben an der Wasseroberfläche. Insgesamt verteilt sich der Plastikmüll in den Weltmeeren wie folgt:

  • 70 Prozent landet auf dem Boden
  • 15 Prozent landet am Strand
  • 15 Prozent treiben an der Wasseroberfläche

Muell Meeresboden Seestern

Wo kommt der Müll her, der in den Meeren treibt?

Wer glaubt, dass Müll, der im Meer umher treibt, auch direkt im Meer entsorgt wird, irrt sich. 80 Prozent des gesamten Mülls in den Meeren kommt vom Land und gerät dort

  • etwa durch Flüsse
  • in Küstennähe liegende Mülldeponien
  • durch Touristen an den Küsten ins Meer.

Weitere Ursachen für die Müllverschmutzung und die sich daraus bildenden Müllinseln im Meer sind Schifffahrt und Fischerei. In Deutschland hat damit vor allem die Nordsee zu kämpfen, während in die Ostsee der meiste Müll durch Tourismus entsteht.

Mikroplastik hingegen, verschmutzt die Meere direkt. Ihr findet sie in Kosmetikprodukten, Peelings, nutzt sie beim Waschen oder Zähneputzen! Pro Waschgang wandern mehrere Tausend Kunstfasern z. B. einer Fleecejacke ins Meer. Wie das geht? Sie rutschen den Klärwerken einfach durch.

Seht ihr Müll vor der Küste eines Landes schwimmen, könnt ihr euch zudem sicher sein, dass viele Kunststoffteile daraus schon weit gereist sind. Durch die starke Meeresströmung können unter Umständen auch über 50 Prozent der Abfälle nicht aus weit entfernten Ländern stammen.

Muell Strand

Wie entstehen daraus Müllinseln im Meer?

Müllinseln sind erst einmal genau das, was der Name verrät: flächendeckend angehäufter Müll, der als Insel im Meer treibt. Wie sie entstehen, hat in den letzten Jahren vor allem die NASA beschäftigt, die mit modernster Technik untersucht hat, welche Strömungen in den Meeren wie wirken und wo sie Plastikmüll aus aller Welt sammeln.

Herausgekommen sind fünf große Meeresströmungen, die Plastikteile von überall auf der Welt aufsammeln und sie in fünf große Müllinseln im Meer sammeln. Natürlich können aber auch immer wieder kleinere Müllinseln in verschiedenen Regionen entstehen.

Die fünf großen Müllinseln im Meer sind am Äquator zu finden, wie die Forscher entdeckt haben. Dort treffen verschiedene Meeresströmungen aufeinander, die die Inseln und Müllstrudel entstehen lassen. Und da die Strömungen von Wind und Wasser so schnell nicht nachlassen wird, hält der Müllstrom an und sorgt für ständigen Nachschub an Kunststoffabfall in den riesigen Müllinseln.

So konnte die größte Müllinsel der Welt im Pazifischen Ozean zwischen dem US-Festland, Hawaii und Asien gefunden worden. In den letzten 40 Jahren ist sie um das Hundertfache gewachsen und ist jetzt drei Millionen Tonnen schwer!

Welche Folgen haben Müllinseln im Meer auf die Umwelt?

Während sich einige Menschen lediglich optisch an den riesigen Müllbergen im Meer stören, habt ihr sicher längst erkannt, dass Müllinseln im Meer vor allem den dort lebenden Organismen schaden. Von Tieren aufgenommene Plastikteilchen blockieren den Magen-Darm-Trakt der Tiere und führen im schlimmsten Fall zum Hungertod, zur völligen Erschöpfung oder zur Unfruchtbarkeit.

Dabei schaden den Tieren, die die Kunststoffteile aufnehmen vor allem die Stoffe, die Plastikpartikel an den Organismus abgeben. Dazu gehören u. a. Weichmacher, UV-Filter, Flammschutzmittel, die sich auch hormonell auswirken.

Die Zahlen, die das Bundesamt für Umwelt dazu Erfahrung gebracht hat, möchtet ihr vielleicht lieber gar nicht erst lesen, denn sie sind erschreckend.

So viele Prozent der Meerestiere haben schon Plastikteile geschluckt oder aufgenommen:

  • 43 Prozent aller Delfin- und Walarten!
  • 36 Prozent aller Seevogelarten

Viele weitere Tierarten, die im Meer leben bleiben in Kunststoffabfällen hängen. Etwa ein Zehntel davon kommen von Fischern, die ihre Ausrüstung nach getaner Arbeit zurücklassen. Vor allem Fischernetze aus Nylon werden Tieren oft zum Verhängnis:

  • 136 Tierarten im Meer verstricken sich in regelmäßigen Abständen in Meeresmüll
  • zu diesen 136 Arten gehören vor allem Meeresschildkröten, diverse Seevögel und weitere 32 marine Säugetiere.

Muell Tuete Schildkroete

Was könnt ihr tun, um Müllinseln im Meer zu vermeiden?

Um gegen die Umweltverschmutzung in den Meeren zu kämpfen, müsst ihr nicht zwingend einer großen Organisation angehören und am Strand stundenlang Müll aufsammeln. Im Idealfall beginnt euer Einsatz schon vorher im kleinen Rahmen, in eurem Haushalt, eurem Alltag und Kaufverhalten.

So setzt ihr euch mit wenig Aufwand für eure Umwelt und gegen Müllinseln im Meer ein!

  • Verzichtet auf den Kauf von Pflegeprodukten und Kosmetik, die Mikroplastik enthalten. Plastikpartikel in Peelings, Zahnpasta, Make-Up, Duschgels, Shampoo oder Lippenstiften versprechen eurem Körper tolle Effekte, die auf dem Rücken der Meere und deren Bewohner ausgetragen werden. Die aus Polyethylen hergestellten Mikrobeads, oder Mikroperlen, können von Kläranlagen weder gefiltert noch zersetzt werden. Setzt lieber auf Naturkosmetik oder Marken, die auf Mikroplastik gezielt verzichten (z. B. Lavera, Weleda oder Alverde)
  • Kauft euch Produkte, die langlebig und nachhaltig sind.
  • Verzichtet auf Plastiktüten bei eurem nächsten Einkauf im Supermarkt, vermeidet Plastikverpackungen – vor allem bei Obst und Gemüse, nutzt Mehrwegflaschen.
  • Müll gehört in Mülleimer, achtet darauf und bückt euch vielleicht auch mal nach einer leeren Verpackung, die andere unachtsam neben den Mülleimer geworfen haben.
  • Recycling fängt schon in eurem Haushalt an. Trennt den Müll, um später ein optimales Recycling in großen Fabriken zu ermöglichen.

Müllinseln im Meer: Fazit!

Natürlich helfen auch freiwillige Säuberungsaktionen, denn die Verschmutzung der Weltmeere ist längst geschehen. Alles, was ihr jetzt noch tun könnt, ist Schadensbegrenzung. Und die ist dringend nötig. Räumt gemeinsam mit anderen an Stränden, Ufern und Küsten angesammelten Plastikmüll weg und tragt so euren kleinen Teil zur Vermeidung von Müllinseln im Meer bei. Jede noch so kleine Aktion hilft dabei. Sie wird euren Alltag nicht signifikant verändern, den der Tiere und Meeresorganismen, die täglich mit einem verschmutzten Lebensraum kämpfen, jedoch schon. Und letztendlich profitiert ihr selbst ja auch von sauberen Stränden und einer florierenden Unterwasser-Flora und Fauna, wenn ihr das nächste Mal im Urlaub am Strand liegt.

Keep Your Beach Clean