Bei der Recherche zu weltweiten Osterfeierlichkeiten sind überraschende Traditionen aus allen Ecken der Welt ans Licht gekommen. So hoppelt nicht überall ein Osterhase durch die Gegend und versteckt bunte Eier, welche dann beim fröhlichen Osterspaziergang gesucht werden.

In welchen Ländern andere Tiere an Ostern im Vordergrund stehen und wo es verrückt, gruselig und auch schmerzhaft zugeht, das haben wir für euch in diesem Oster-Artikel zusammengetragen.

1. Osterbräuche ohne Osterhase

Wie wird Ostern in Australien gefeiert?

In Down Under laufen die Dinge etwas anders – auch zu Ostern. Im 19. Jahrhundert wurden Hasen im australischen Busch als Jagdbeute ausgesetzt. Allerdings haben sich die Tiere viel zu schnell vermehrt, was zu einer Plage führte. Mit dieser Kaninchenplage hat Australien heute noch zu kämpfen, weshalb Hasen nicht unbedingt zu den favorisierten Tieren des Landes gehören. Deshalb wurde der Osterhase kurzerhand durch den australischen Bilby ersetzt. Praktisch: Das kleine Beuteltier kann die Ostereier einfach im Beutel transportieren.

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Die Feiertage in Schweden

In Schweden wird das Osterfest am Gründonnerstag mit einem ganz besonderen Brauch eingeläutet: Kinder verkleiden sich als „Osterhexen“ und ziehen so durch die Nachbarschaft, um Süßigkeiten zu sammeln. Besonder ist auch, der Osterhase in Schweden nicht sehr viel zu melden hat, denn die bunten Eier werden vom Osterküken gebracht.

2. Osterbräuche für harte Nerven

Semana Santa in Spanien

Die kleinen schwedischen Osterhexen sind nichts im Vergleich zu diesem spanischen Osterbrauch. In Spanien gilt die Karwoche, die Semana Santa, als wichtigste kirchliche Feier, welche in vielen spanischen Städten und Dörfern mit Prozessionen begangen wird. An den Prozessionen ist auch die Bruderschaft „Nazarenos“ beteiligt, welche mit langen Kutten und spitzen Kapuzen, die nur die Augen frei lassen, durch die Straßen ziehen und an das Leiden Jesu Christi gedenken. Ziemlich unheimlich diese Gestalten! Besonders beeindruckend ist die Karfreitags-Prozession übrigens in Sevilla.

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Schläge in Finnland

Auch in Finnland wird das Osterfest von kleinen Hexen willkommen geheißen. Doch neben diesem Brauch gibt es auch noch das etwas brutalere „Rutenschlagen„. Okay, so schlimm ist es dann doch nicht, denn Freunde und Verwandte schlagen sich am Palmsonntag nur ganz leicht mit einer Birkenrute auf den Rücken. Dieser Osterbrauch soll an den Einzug Jesu nach Jerusalem erinnern. Weil es in Finnland bekanntermaßen keine Palmen gibt, wird eben auf die Birke zurückgegriffen.

Lange Ohren auf den Philippinen

Selbst auf den Philippinen gehören Osterhase und bunte Ostereier zum Fest dazu. Diese bekannten Osterbräuche werden allerdings von einer skurrilen Tradition ergänzt: dem Ohrenziehen. Denn sobald die Osterglocken läuten, fassen die Eltern ihre kleinen Kinder am Kopf und heben sie hoch, bzw. ziehen sie kräftig am Ohr. Was das soll? Ganz einfach, auf den Philippinen glaubt man, dass die Kinder dadurch besser und schneller wachsen.

3. Die lustigsten Osterbräuche

Wasserschlacht in Polen

Aus dem katholischen Polen hätten wir solch einen lustigen Osterbrauch gar nicht erwartet! Denn obwohl Ostern eine wichtige Stellung im Kirchenjahr hat, so hat sich aus dem traditionellen „Śmigus-dyngus“ eine wahre Wasserschlacht entwickelt. Der „gegossene Montag“ soll an die Taufe des polnischen Herrschers Mieszko I. erinnern, welcher dem Land dadurch das Christentum brachte. Heute rüsten sich die Jugendlichen teilweise mit ganzen Eimern voller Wasser und schütten sich diese gegenseitig über den Kopf.

Osterparade in der USA

Über das ganze Land verteilen sich amüsante Festlichkeiten, die an Ostern für großen Spaß sorgen. Mit dabei ist natürlich die Easter Parade in New York, bei der sich Menschen mit bunten und extravaganten Hüten auf der Fifth Avenue bestaunen lassen. Sehr witzig ist aber auch das White House Easter Egg Roll – Event vor dem Weißen Haus in Washington. Hier treffen sich jährlich am Ostermontag zahlreiche Teilnehmer, die auf einem Gartenstück ihre Ostereier mit Esslöffeln hinunterrollen.

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Wettkampf in Bulgarien

Auch im orthodoxen Bulgarien ist Ostern das wichtigste Kirchenfest des Jahres. Hier wurde das religiöse Fest lange Zeit unterdrückt, vor allem vom kommunistischen Regime. Doch seit der Wende feiern die Bulgaren ihr Osterfest ziemlich ausgelassen und mit einer Mischung von christlichen und orthodoxen Osterbräuchen. Ein besonderer Brauch in Bulgarien ist der „Eierkampf„, den man üblicherweise am Tag vor Ostern austrägt. Hierbei stehen sich zwei Gegner gegenüber, die jeweils mit einem Ei bewaffnet sind. Man schlägt die Ostereier gegeneinander, wobei Erfolg vor allem demjenigen zuteil wird, dessen Ei nicht zerbricht.

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Religiöse Osterbräuche: Das römisch-katholische und das orthodoxe Fest

Ausgiebig feiern in Italien

Für Christen ist Ostern das zentrale Fest des Glaubens, denn an Ostern wird an die Auferstehung Jesu gedacht. So feiert auch das katholische Italien ein großes Osterfest, das mit Prozessionen, Passionsspielen und Volksfesten begleitet wird. Viele Gläubige reisen extra an Ostern nach Rom, wo am Ostersonntag die Ostermesse des Papstes auf dem Petersplatz gefeiert wird und der Papst den Segen „Urbi et Orbi“ spricht. Wer an der Messe teilnehmen möchte, muss sich vorab kostenlose Platzkarten reservieren. In der Zeit vor Osten könnt ihr in den itaienischen Supermärkten übrigens riesige Schoko-Ostereier mit Überraschung kaufen. Für den Ostermontag plant die italienische Familie dann gerne ein ausgiebiges Ostermontagspicknick.

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Alles anders in Griechenland 

Auch in Griechenland spielt Ostern eine wichtige Rolle. Allerdings gehört Ostern zu den christlich-orthodoxen Feiertagen, welche sich vom katholischen Osterfest unterscheidet. Der Unterschied ist hauptsächlich an den verschiedenen Terminen für das Osterfest zu erkennen. So folgt das orthodoxe Griechenland dem julianischen Kalender, weshalb das griechische Ostern später stattfindet. Dieses Jahr feiern die Griechen von 6. – 8. April 2018 ihr Páscha, wobei ein Osterlamm, das über dem offenen Feuer gegrillt wird, nicht fehlen darf.


Welche Osterbräuche gibt es in Deutschland?

Alte Gewohnheiten in Deutschland haben vor allem mit herzhaften Speisen zu tun, die an den jeweiligen Tagen serviert werden. Am Gründonnerstag wird eine deftige Kräutersuppe verspeist, wenn der Tradition in Bayern gefolgt wird. In Österreich wird traditionell der Farbe des Tages Ehre gemacht und Spinat gegessen.

In der Karwoche ist die Zeit der Ratschen gekommen. Da die Kirchenglocken festliche Stimmung verbreiten, sind diese in Gedanken an die Kreuzigung Jesu nicht passend. Nach der Messe am Gründonnerstag verstummen also die Kirchenglocken, bis sie zur Ostermesse um Mitternacht wieder erklingen. Die Ministranten der jeweiligen Dörfer spazieren drei Mal täglich durch die Straßen und erzeugen mit hölzernen Instrumenten einen unverkennbaren Lärm. Dazu werden Sprüche aufgesagt und bei der letzten Tour Geld für die Gemeinde gesammelt.

Ein weiterer Brauch zu Ostern in Bayern ist die Speisenweihe. Nach der Fastenzeit kann schließlich wieder ausgiebig geschlemmt werden! Folglich sind die Körbe reichlich gefüllt, die zum Gottesdienst mitgebracht werden um dort gesegnet zu werden. Darin finden sich Eier, die fruchtbares Leben symbolisieren sollen, Salz für die Auferstehung und manchmal auch Osterschinken oder ein Osterlamm aus Hefeteig.

Welche Osterbräuche eignen sich für Kinder?

Die oben genannten Traditionen sind eng mit dem katholischen Glauben und der religiösen Gemeinschaft verknüpft. Aber auch abseits davon gibt es schöne Osterbräuche, mit denen man Kindern das besondere Leuchten in die Augen zaubern kann:

  1. Ostereier färben und verschenken: Dieser Brauch hat nicht nur in den verschiedenen christlichen Ausprägungen seine Verbreitung gefunden. Schon im alten Rom wurden zur Feier des Frühlings und des neuen Lebens hübsch bemalt und verschenkt.
  2. Osternester suchen: Der Ursprung der traditionellen Eiersuche am Ostersonntag ist nicht eindeutig geklärt, soll aber vom Heidentum ins Christentum übernommen worden sein. Vor allem für Kinder ist die Jagd nach den Osternestern ein aufregendes Erlebnis.
  3. Osterhase und Osterlamm: Dass der Osterhase die Ostereier bemalt und versteckt, war nicht immer so. Auch Küken, Füchse oder der Kuckuck sind aus früheren Überlieferungen bekannt. Plüsch und Schokolade verhalfen dem Hasen schließlich zum Durchbruch. Das Osterlamm hingegen kommt aus dem Judentum. Zur Befreiung der Israeliten wir dem Brauch zufolge ein Lamm geschlachtet. Im Christentum hingegen steht das Lamm als Symbol für Reinheit und den Triumph des Lebens über den Tod. Deshalb gibt es in deutschsprachigen Ländern die vegetarische Variante des Osterlamms aus Rühr- oder Hefeteig.
  4. Osterfeuer: Auch der Brauch des Osterfeiers findet sich schon im Heidentum. Um den Frühling zu begrüßen und die Kälte des Winters zu vertreiben, soll das Feuer die Sonne anziehen und die Erde wieder zum Leben erwecken.
  5. Spaziergang am Ostersonntag: Um die Kinder abzulenken, während die Osternester versteckt werden oder einfach um Sonne und Frischluft zu genießen, könnt ihr einen ausgedehnten Sonntagsspaziergang unternehmen. Wollt ihr nicht nur einen Spaziergang zur Erholung, macht einen Kurzurlaub über Ostern!