Liebste Grüße Tripdoodies,

meine Reise nähert sicher langsam aber sicher dem Ende hingegen. 2 Wochen konnte ich in Vietnam genießen und das habe ich tatsächlich! Vietnam ist ein wundervolles Land zum Backpacken. Aber nicht nur für uns, die mit dem Rucksack unterwegs sind, lohnt es sich.

Ich habe Soloreisende und Reisegruppen sämtlicher Altersklassen gesehen. Ob mit Kindern oder Gehstock – Niemand möchte sich das traumhafte Land entgehen lassen. Absolut verständlich, denn Vietnam bietet traumhafte Landschaften und sehr herzliche Menschen.

In meinem letzten Bericht habe ich euch von dem Start in Hanoi erzählt und euch mit nach Sapa, in den Norden Vietnams genommen. Dieses Mal bleiben wir noch etwas im Norden, sehen uns die Halong Bay sowie Ninh Binh an und fahren anschließend in den zentralen Teil bis zum charmanten Hoi An. Ihr bekommt natürlich wieder ein paar Tipps von mir!

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Halong Bay – Überbewertetes Naturwunder

Klingt in euren Ohren bestimmt etwas seltsam. Erst schreibe ich wie wunderschön Vietnam ist und beginne dann mit einer Unterüberschrift, die genau das Gegenteil beschreibt. So sehr ich Vietnam jedoch zu lieben gelernt habe, genauso sehr hat mich die Halong Bay enttäuscht. Sämtliche Blogs beschrieben die Bucht als atemberaubend, traumhaft und natürlich als Must Do in Vietnam. Nach meinem Besuch empfinde ich jedoch ganz anders. Lest hier wieso!

Eure Möglichkeiten: Cruise, Day Tour und Anreise

Auch ich habe ordentlich Blogs durchforscht, um den ein oder anderen Tipp für die Halong Bay zu finden. Die meisten Blogger raten, sich in Hanoi eine 2- oder 3-tägige Kreuzfahrt zu buchen. Aufgrund der Masse an Verkaufsständen könnt ihr hier ganz gute Preise ergattern.

Die meisten Pakete sehen aus wie folgt:

  • 2 Tage/ 1 Nacht: zwischen 65 – 100 US$
  • 3 Tage/ 2 Nächte: zwischen 120 – 160 US$
  • In Hostels: Partyboot mit 2 Nächten ~155 US$

Inkl.: Hin- und Rückfahrt im Sleeperbus (ca. 2 – 2,5 Stunden), Verpflegung (oft keine Getränke), Schnorcheln, Kayaking

Viele Reisende haben mir von Angeboten zu günstigen Konditionen erzählt. Oft übernachtet man auf sehr alten, wenig bequemen Schiffen mit schlechtem Essen. Das Fazit fiel eher negativ aus. Für 2 Tage mit einer Nacht kann man locker über 150$ ausgeben, um etwas Nettes zu bekommen. Da man nicht genau weiß, auf was für einem kleinen Schiff man am Ende landet, habe ich mich insgesamt gegen eine Übernachtung entschieden und unternahm auch die Fahrt auf eigene Faust – mit einer kleinen Reisegruppe. Perfekt ist diese Planung für jeden, der unbedingt die Halong Bay sehen möchte, aber nicht so viel Geld ausgeben kann oder will.

1. Von Hanoi nach Hai Phong

In Hanoi sind wir von unserem Hostel für 23.000 Dong (ca. 0,85€) mit Uber zum Bahnhof gefahren. Achtung! Es gibt mehrere Bahnhöfe. Nach Hai Phong kommt ihr von der Station: Long Bien Railway Station. Die Fahrt dauert ca. 2,5 Stunden und hat uns in der teuersten Kategorie 85.000 Dong (ca. 3,15€) gekostet. Die Sitze sind ganz angenehm, ihr habt WLAN und Steckdosen. Kaffee und Snacks könnt ihr bei den Verkäufern im Zug erwerben. In Hai Phong haben wir uns ein Zimmer zu dritt genommen und bei check24 10€ gespart. Dadurch zahlten wir nur 3€ pro Person. Für treue Kunden vergibt check24 gerne Gutscheine. Ein Englischlehrer hat uns gesehen und so wurden wir Gäste in seinem Unterricht am Abend. Wir haben uns mit den Schülern unterhalten, die gerade erst begonnen haben Englisch zu lernen. Superschüchtern und ziemlich niedlich.

Tipp: Die Gegend um den Bahnhof ist sehr nett und modern. Trotzdem gibt es Bier vom Fass an den Straßenecken für 5.000 Dong (ca. 0,19€)!

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2. Von Hai Phong nach Cat Ba

Nicht weit von Hai Phong liegt die Inseln Cat Ba. Ihr bekommt schon dort das Panorama von Halong Bay zu Gesicht und ich muss euch ehrlich sagen, Cat Ba hat mir viel besser Gefallen als die eigentliche Halong Bay. Wir waren grade nach Ende der High Season dort und hatten bei Ankunft sehr starken Regen, der sich aber gegen Mittag legte. Für 120.000 Dong (ca. 4,44€) je Roller konnten wir einen Tag lang durch die Insel düsen. Es war ziemlich ruhig und wunderschön. Empfehle ich total!

Tipp: Mit der Fähre kommt ihr für 180.000 Dong (ca. 6,67€) nach Cat Ba. Sie fährt um 7, 9, 13 und 15 Uhr. (Stand Sep. 2017)

Tipp: Auf Cat Ba stießen wir auf Massagegöttinnen! Ich weiß nicht, wie der Salon heißt, doch er ist sehr leicht zu finden. Wenn ihr am Hafen zu den Gebäuden blickt, geht ihr nach links und folgt der Straße etwas. Links kommen irgendwann 2 ATM Automaten und noch ein kleines Stückchen weiter rechts befindet sich der Laden. Wundert euch nicht, die Masseurinnen schauen fern. Die älteren Damen dort haben es wirklich drauf! 60 Min. = Full Body 150.000 Dong (ca. 5,56€), 30 Min. Fuß oder Schultern 75.000 Dong (ca. 2,78€).

3. Von Cat Ba nach Halong Bay

Statt einer mehrtägigen Kreuzfahrt haben wir eine Tagestour nach Halong Bay gemacht. Wir haben bloß 15 US$ bezahlt und direkt am Hafen, bei einer Agentur, die eigentlich nur aus einem Schreibtisch bestand, gebucht.

Der Tagesablauf:

  1. Los ging es um 8 Uhr am nächsten Morgen. Wir sind mit einem kleinen Bus zu einem anderen Hafen gefahren, wo die Boote für die Tagestouren warten. Es regnete (September) ziemlich stark.
  2. Der Guide befahl uns, uns zu beeilen – Also rannten wir alle auf das Boot und quetschten uns auf die Bänke. Wir waren ca. 35 Menschen.
  3. Zunächst fuhren wir ungefähr 45 – 60 Minuten durch die Bucht zum Kayakspot. Toll war: Genau dort hörte der Regen auf (scheint wohl typisch zu sein, denn die Einheimischen waren nicht verwundert) und wir bekamen je zu zweit ein Kayak. Eine Stunde hatten wir Zeit mit vielen weiteren Gruppen auf dem Wasser zu paddeln. Leider war alles total verdreckt. Plastik schwamm in Massen auf dem Wasser und ich wollte kaum meine Hand hineinhalten.
  4. Dann war es mittlerweile schon 11 Uhr und wir bekommen inkludiertes Mittagessen auf dem Boot. Hut ab – Das war ziemlich viel und lecker.
  5. Anschließend ging es zu einem Schnorchelspot (gab aber nichts außer Wasser zu sehen) und man konnte schwimmen gehen.
  6. Nach 45 Minuten dort fuhren wir zur Monkey Island. Aus Thailand hergebracht wurden einige Affen, die nun ihr Leben auf der kleinen Insel verbringen. Ihr könnt auch dort schwimmen oder einen ziemlich steilen Weg zur Spitze des Berges hochklettern. Die Insel ist wirklich überfüllt mit Touristen, die anscheinend sehr gerne die Affen ärgern.
  7. Wir wurden wieder aufs Boot gehetzt und fuhren zurück nach Cat Ba, wo wir gegen 16.30 Uhr ankamen.

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4. Weiter von Cat Ba

Ihr habt mehrere Möglichkeiten nach Cat Ba. Wir haben uns entschieden wieder nach Hai Phong zu fahren, um weiter Richtung Süden zu reisen. Dies ist eine tolle Möglichkeit, um nicht wieder nach Hanoi fahren zu müssen. Wir haben um 10 Uhr wieder eine Fähre zurück nach Hai Phong für 180.000 Dong genommen. Dort trafen wir eine Freundin meines Bruders und blieben für den Tag bei ihrer Familie.

=> Mein Fazit: Die Tour ist überfüllt, man sieht jedoch einiges für wirklich wenig Geld! Halong Bay hat schon einige schöne Ecken, und wenn es keinen Regen gibt, kann man vorne an Deck sitzen und die kleinen Berge an sich vorbeiziehen lassen. Das war tatsächlich sehr schön. Ich bereue nicht, keine mehrtägige Tour gebucht zu haben. Mir reichte ein Tag dort, denn leider ist es echt dreckig und das zerstört viel von der Atmosphäre. Wer absolute Ruhe möchte und das passende Kleingeld besitzt, kann sich gerne mehr Zeit lassen und mit einer Kreuzfahrt weiter raus fahren. Eine Alternative ist auch ein Partyboot.

Ninh Binh – Cuc Phuong Nationalpark

Ebenfalls empfohlen von Freunden wurde uns der Ninh Binh Nationalpark, gar nicht so weit von Hai Phong entfernt. Da eine direkte Zugverbindung nur aus Hanoi besteht, haben wir den Bus genommen. Für 150.000 Dong (ca. 5,56€) ging es für 3 Stunden in einen Sleeper Bus.

Diese Strecke wird wohl weniger von Touristen benutzt und wir wurden genau wie die Einheimischen einfach am Straßenrand raus geworfen. Ich war tatsächlich am Schlafen, da es schon fast 23 Uhr war. Mein Bruder rief meinen Namen, ich schreckte hoch, stolperte noch im Halbschlaf über die Menschen am Ausgang, fiel fast vorne über aus dem Bus und war dankbar dafür, dass er bereits meinen Rucksack aus dem Bus geholte hatte. Ich setzte mich einfach auf den Boden und versuchte klar zu kommen. Ein Taxifahrer hatte die Gelegenheit gepackt, mir wurde hoch und ins Taxi geholfen. Dieser Mensch, der kein Wort Englisch sprach und evtl. nie gelernt hat eine Karte zu lesen, brachte uns zu irgendeinem Hostel, zu dem wir nie wollten.

Wir entschieden uns, nicht weiter mit dem Herrn zu fahren, bezahlten den Euro für die Fahrt und liefen zu Fuß zu unserer Unterkunft. Da mein Bruder nur mit einem kleinen Rucksack reist, der keine 6kg wiegt, trug er meinen Rucksack und ich konnte hinterhertrotten. Unser Hotel sah um diese Uhrzeit aus wie eine Absteige, in der nachts Geschäfte anderer Art stattfanden, doch es war ganz nett von innen. In der Region sind Betten aber seeeehr hart.

Auch hier haben wir uns wieder zwei Roller gemietet und konnten bequem zum Nationalpark fahren. Ihr könnt östlich vom Park ankommen und für 100.000 Dong (ca. 3,70€) auf einen Berg mit toller Aussicht hochsteigen. Das dauert so ungefähr 20 Minuten und ist sehr anstrengend, es lohnt sich aber.

Danach sind wir zum südwestlichen Eingang gefahren und haben uns ein Boot mit Fahrer genommen. Die Einheimischen sitzen hinten im Boot und paddeln mit ihren Beinen. Das sieht ziemlich anstrengend aus und genießen konnte ich es daher wenig. Die Fahrt dauert immerhin 2 Stunden und man fährt durch 3 kleine Höhlen. Macht euch drauf gefasst: Am Wendepunkt werdet ihr von Verkäufern belagert. Ansonsten fand ich den Park ganz schön. Preis pro Person liegt bei 6-8€ je nach Personenanzahl.

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Von Ninh Binh nach Hoi An

Eins meiner persönlichen Ziele in Vietnam war Hoi An. Vielleicht habt ihr schon von der Stadt mit den vielen Laternen gehört. Wir nahmen den Zug, der einmal durch Vietnam fährt. Von Ninh Binh nach Da Nang (Nach Hoi An gibt es keinen Zug) fahrt ihr 13,5 Stunden. Keine Sorge, denn diesen gibt es auch nachts. Um 22.24 Uhr sind wir sehr pünktlich eingestiegen und fanden eine kleine Kabine mit vier Betten. Mein Bruder mit 1,84m passte genau hinein. Wir konnten super schlafen und sind gegen 9 Uhr morgens aufgewacht. Der Zug kam um 12 Uhr in Hoi an. Für die Betten haben wir 693.000 Dong (ca. 25€) pro Person bezahlt. Chris, unser dritter Gefährte, hat sich für 396.000 Dong (ca. 14,67€) einen Sitzplatz genommen und berichtete anschließend, dass er das gesamte Abteil für sich hatte. So konnte er über die Sitze gestreckt schlafen und schien tatsächlich ziemlich ausgeschlafen am nächsten Tag. Anscheinend eine gute Alternative für Low Budget Reisen.

Tipp: Von Da Nang haben wir uns Roller gemietet und sind in ca. 1 Stunde nach Hoi An gefahren. So spart ihr ordentlich Geld. Wir waren am Bahnhof in Da Nang in einem Restaurant direkt gegenüberhoi-an des Eingangs und haben dort nach Rollern gefragt. Der Besitzer war so nett und nach einem Anruf wurden uns 2 gute Gefährte geliefert.

Tipp: Bucht Zugtickets am Bahnhof und nicht online. Im Internet sind die Tickets teurer.

Hoi An – Die Laternenstadt

Mir hat Hoi An sehr gut gefallen. Es ist sehr touristisch, aber sehr nett. Viele nette Restaurants, man kann Tagesausflüge machen und sich mit sämtlichen Souvenirs eindecken. Wir haben einen guten Deal für Laternen bekommen und ich freue mich schon sehr, meine Wohnung mit diesen vollzuhängen. Die Einheimischen lieben es zu verhandeln. Das solltet ihr auch! Ihr könnt Preise von 270.000 bis auf 55.000 Dong runterhandeln. Oft machen die Verkäufer eine kleine Show, wie unfassbar der Preis sei – Lassen sich dann aber doch schnell darauf ein. Mengenrabatt wird ebenfalls gerne gegeben.

In Hoi an wird viel Kleidung angeboten. Frauen schneidern sie nach Maß und nutzen jede Gelegenheit euch in ein Gespräch zu verwickeln. Ein T-Shirt kostet ungefähr 15 US$. Ihr bekommt Anzüge, Kleider – eigentlich alles, was ihr möchtet. Da ich eher schlechte Erfahrung mit der Qualität in Asien gemacht habe, ließ ich hiervon allerdings meine Finger.

Tipp: Besucht den Hidden Beach in Hoi An. Parken und Sonnenliegen mit Schirm sind dort kostenlos.

 

vietnam-ninh-binhVon Hoi An nach Da Nang

Für uns endeten die 2 Wochen in Vietnam in Da Nang. Da Nang ist ziemlich laut und auch nicht besonders schön. Der Strand liegt an der Hauptstraße. Zeit dort zu verbringen ist meiner Meinung nach nicht nötig, aber es gibt einen internationalen Flughafen mitten in der Stadt.

Den Süden des Landes haben wir somit nicht besucht. Was natürlich nur bedeutet, dass ich noch einmal die Chance ergreifen muss, nach Vietnam zu reisen. Da wir unsere Roller für 3 volle Tage mieteten (24 Stunden ist ein Tag, nicht bis Mitternacht), konnten wir bequem von Hoi An zurückfahren, unsere Roller am Tag unserer Abreise wieder zu dem Restaurant bringen und von dort mit Uber für 1,5€ in 10 Minuten zum Flughafen fahren.

Tipp: Wer nicht so gerne mit dem Roller fahren möchte, kann den Bus von Da Nang nach Hoi An nehmen. Diese fahren den ganzen Tag über.

Ist Vietnam in 2 Wochen machbar?

Wer das ganze Land sehen möchte, kommt in 2 Wochen nicht besonders weit. Durch die Länge ist es unmöglich in 2 Wochen überall gewesen zu sein. Mir wurde aber oft gesagt, dass der Norden viel sehenswerter als der Süden sei, so verbrachten wir unserer 2 Wochen vor allem im Norden. Ich muss sagen, ich würde die Tour, die wir gemacht haben, genauso empfehlen. Wir haben sehr viel gesehen, sehr viele nette Menschen getroffen, sehr gutes Essen probiert und waren nach dem vielen Hin und Her nach 2 Wochen auch etwas erschöpft. Insgesamt gaben wir ziemlich wenig Geld aus, hatten mit Sprachbarrieren zu kämpfen, bekamen Essen serviert, bei dem wir nicht wussten, was es ist und lachten viel über die täglichen Geschehnisse. Vietnam hat mir sehr gut gefallen! Ein großes Plus sind die liebenswürdigen Menschen!

Die Reise ist fast vorbei! Letzte Schritte

Seit 2 Monaten bin ich also schon unterwegs und jetzt wo ich zum ersten Mal schreibe, dass es fast vorbei ist, werde ich tatsächlich etwas traurig. Mein geliebtes Chaos jeden Tag! Ich werde es vermissen. Doch habe ich während der Meditation in Sri Lanka gelernt, dass Abschied ein ganz alltäglicher Prozess ist, dem wir nicht hinterhertrauern sollen. Es geht weiter, alles geht weiter und wer weiß, was das Leben in nächster Zeit wieder für uns bereithält.

Mein Bruder und ich haben uns für ein wenig Luxus in den letzten Tagen entschieden. In Thailands Paradies Phuket möchten wir 6 Tage faulenzen! Von Da Nang ging es also direkt dorthin und gemeinsam mit Bangkok wird dies nächste Woche mein letzter Artikel dieser Reise werden.

Gute Reise wünsche ich euch!

Eure Tripdoo-Redakteurin Rea (Andrea)

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Ihr kennt noch nicht den 6. Teil: Malaysia ein Backpackerland? & Traumhaftes Vietnam

Hier geht´s zum 8. Teil: Vom Urlaubsparadies Phuket nach Bangkok