Bereits im Oktober 2015 war es beschlossene Sache: Roaming-Gebühren im Mobilfunk werden innerhalb der EU abgeschafft. Vorbei ist die Zeit, als der Flugmodus den ganzen Urlaub über aktiviert war. In diesem Artikel erfahrt ihr, welche Vorteile die EU-Regelung für euch bringt und wo dennoch Kosten auf euch zukommen können.

Roaming-Gebühren Telefonieren

Vorteile durch den Wegfall Roaming-Gebühren

Bislang musste für die Nutzung des Mobiltelefons im Ausland eine Gebühr bezahlt werden. Diese wurde eingezogen, da der Heimnetzbetreiber selbst Gebühren für die Nutzung des ausländischen Netzes verrichten muss. Mit dem kostenlosen Roaming ab heute kann innerhalb der EU zu gleichen Konditionen wie zu Hause telefoniert, gesimst und gesurft werden. Bei Reisen innerhalb der EU fallen deshalb keine anderen Gebühren an, als bei der Nutzung des gleichen Dienstes in dem Land, in dem der jeweilige Tarif erstanden wurde. Egal, ob wir uns also mit unseren Reisepartnern nun doch lieber vor dem Eiffelturm anstelle des Louvres treffen wollen: Ohne zusätzliche Gebühren kann ganz einfach kommuniziert werden.

Roaming

Bleibende Barrieren

Die Regelung beschränkt sich nur auf Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Zur Erinnerung: Die Schweiz, Norwegen, bald auch Großbritannien oder der Vatikanstaat zählen hier nicht dazu! Innerhalb der Regelung gibt es außerdem Unterschiede zwischen den verschiedenen Providern und deren Vertragsmodellen im Bezug auf die Konditionen für Roamingdienste. Hier findet ihr einen Vergleich über die verschiedenen Konditionen der Anbieter sowie deren Einteilung der Roaming-Zonen. 

Bevor ihr jetzt nämlich hemmungslos und stundenlang mit dem Freund zu Hause telefoniert, während ihr euer Praktikum in der Schweiz absolviert, solltet ihr euch mit den genauen Bestimmungen der Regelung vertraut machen. Gerade bei der Schweiz als nicht EU-Mitglied wie auch bei Klein- und Inselstaaten gilt es zu beachten, in welche Roaming-Zone der jeweilige Aufenthaltsort fällt. Wenn ihr während eures Städtetrips nach Rom den Vatikanstaat besucht, fallen mit Vertrag bei der Telekom etwa keine Gebühren an, bei Vodafone hingegen schon.

Auch Discount-Provider reagieren unterschiedlich auf die EU-Regelung. Hier findet ihr eine Übersicht der Discount-Provider und deren Angebote.

Handy urlaub app strand

Sonderregelungen für Roaming-Gebühren:

  • Ein dauerhafter Auslandsaufenthalt ist von der neuen Regelung ausgeschlossen. Dieser wird definiert mit einer Dauer von mehr als zwei Monaten innerhalb von vier Monaten. Wer längerfristig roamt, überschreitet die sogenannte „Fair-Use-Grenze“. Der Provider kann vor dem Hintergrund der Missbrauchsklausel in diesem Fall weiterhin geringe Roaming-Gebühren verrechnen, über deren Höhe allerdings noch keine Angaben gemacht wurden. Hierfür bedarf es aber einer Ankündigung und einer verstrichenen Frist von zwei Wochen. Durch die Missbrauchsklausel soll verhindert werden, dass Kunden sich im Ausland eine günstige SIM-Karte besorgen, um so im Inland Kosten zu sparen.
  • Die Regulierung der Gebühren greift nicht bei Kreuzfahrten. An Deck solltet ihr daher besser nicht sofort eure Schnappschüsse teilen, sondern den Blick etwas länger über den Horizont schweifen lassen.

Tipps für den Umgang mit Roaming-Diensten auf Reisen

  1. Bevor ihr das hundertste Strandfoto nach Hause schickt, informiert euch bei eurem Anbieter über die genauen Konditionen für euren Tarif.
  2. Wenn ihr zwar in Europa, aber nicht in der EU unterwegs seid, recherchiert am besten vorher, in welche Roaming-Zone euer Aufenthaltsort bei dem jeweiligen Provider fällt.
  3. Auf Kreuzfahrten werden weiterhin Roaming-Gebühren fällig. Daher solltet ihr weiterhin im Flugmodus durch die Weltmeere schippern.
  4. Bei längeren Auslandsaufenthalten werden ebenfalls Gebühren verrechnet. Der Wegfall der Roaming-Gebühren ist somit kein Freibrief, um sich bei einem längerfristigen Umzug den Nummernwechsel zu ersparen.

Strand Handy

Wer sich also im Vorfeld über die Bedingungen der einzelnen Anbieter informiert, kann von der EU- Regelung klar profitieren. Für Urlauber innerhalb der EU bringt die Regelung einige Erleichterungen, um mit zu Hause gebliebenen Freunden ohne schlechtes Gewissen über sämtliche Kanäle zu kommunizieren oder sich von Google Maps aus der Patsche helfen zu lassen.

Der Weg zum kostenlosen Roaming

Schon im Jahr 2007, als übrigens auch das erste iPhone auf dem Markt erhältlich war, wurde begonnen, die Gebühren für aktiviertes Roaming innerhalb der EU schrittweise zu senken. Mit der Ausweitung von mobilen Anwendungen und der Integration von datenbasierten Diensten im Alltag, war man demnach gleichsam darauf bedacht, diese nicht geografisch zu begrenzen. Nachdem 2016 die Obergrenzen für die Nutzung der Mobiltelefone im EU-Ausland herabgesetzt wurden, ist die jetzt erfolgte völlige Abschaffung der Roaming-Gebühren der letzte Schritt auf dem Weg zur ortsunabhängigen Mobilfunk-Nutzung.