Nicht nur Weihnachten, auch der Jahreswechsel wird in jedem Land anders gefeiert. Ein strahlendes Feuerwerk und Böller, gegenseitige Glückwünsche, ein ausgiebiges Silvesteressen und Sekt gehören in Deutschland zum Silvesterabend dazu. Wie aber wird der Jahreswechsel in anderen Ländern gefeiert? Hier findet ihr die skurrilsten Silvesterbräuche von Italien nach Japan!

Welche Silvesterbräuche gibt es in anderen Ländern?

Wir nähern uns mit schnellen Schritten einem weiteren Silvesterabend. Typische Silvesteressen wie Raclette und Fondue gefolgt von einem Glas Sekt und jeder Menge Süßigkeiten und Fingerfood begleiten uns in Deutschland bis Mitternacht und darüber hinaus. Bleigießen oder der Filmklassiker „Dinner for One“ vertreiben vielen die letzten Stunden bis zum Jahreswechsel, bevor der Himmel vom Feuerwerkt hell erleuchtet wird, die Böller und mit Sekt oder Champagner auf Erfolg im neuen Jahr angestoßen werden. So sieht ein typischer Silvesterabend in Deutschland aus. Hier findet ihr skurrile Silvesterbräuche anderer Länder und Kulturen!

1. Rote Unterwäsche und Schweinshaxe: Silvester in Italien

Das Besondere am Jahreswechsel in Italien sieht man nicht gleich auf den ersten Blick. Den persönlichen Glücksbringer für das nächste Jahr trägt jeder sehr nah am Körper: Rote Unterwäsche ist ein Muss. Spätestens nach Weihnachten sind hauptsächlich rote Dessous in den Schaufenstern zu sehen. Sie sollen ihren Trägern Glück und Erfolg im neuen Jahr bescheren. Zu essen gibt es weder Pizza noch Pasta, sondern Schweinshaxe mit Linsen. Da Linsen an Münzen erinnern, verspricht ihr Verzehr Reichtum und Wohlstand.

2. Silvester in Spanien: 12 Weintrauben müssen es sein

In jedem Supermarkt stehen vor Silvester Packungen mit genau 12 Weintrauben in den Regalen. Warum? Weil um Mitternacht zu jedem Glockenschlag eine davon gegessen wird. Dazu darf man jeweils einen Wunsch äußern. Die Wünsche gehen jedoch nur in Erfüllung, wenn man sich weder verzählt noch verschluckt! Da das Ganze nicht so einfach ist, wie es sich anhört, sollten Ungeübte im Vorfeld trainieren. Wenn man es nicht schafft, das spezielle Fingerfood bis zum letzten Glockenschlag zu verzehren, droht im neuen Jahr großes Unglück.

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3. Altlast und Papier – Schnee in Argentinien

In Buenos Aires gibt es einen ganz besonderen Brauch zu Silvester: Bereits tagsüber werden alte Akten, Dokumente und Papiere geschreddert, zerkleinert und zerschnitten, um anschließend aus dem Fenster geworfen zu werden. Obwohl am letzten Tag des Jahres sommerliche Temperaturen herrschen, sieht es in den Straßen der Hauptstadt aus, als würde es schneien. Wir finden, das ist einer der schönsten Silvesterbräuche weltweit!

4. Bleigießen und Apfel-Orakel: Die Zukunft in Tschechien voraussagen

Bleigießen kennt man hierzulande als typisches Silvester-Ritual. Auch die Tschechen interpretieren ihr Schicksal gerne anhand verformter Bleiklumpen. Es gibt jedoch noch einen anderen, älteren Brauch, in die Zukunft zu blicken: Man halbiert einen Apfel horizontal. Bildet das Kerngehäuse ein Kreuz, ist Unglück zu befürchten. Bildet es jedoch einen Stern, bringt der Jahreswechsel Glück mit sich.

5. Silvester in Griechenland: Glück im Spiel, Pech in der Liebe oder umgekehrt?

Egal ob im Kasino oder zuhause mit Freunden oder Verwandten: Die Griechen geben sich an Silvester dem Glücksspiel hin. Statt Böller und Raketen, stehen vor allem Karten- und Würfelspiele ganz hoch im Kurs. Wer gewinnt, hat sich einen Glücksbringer für das folgende Jahr erspielt. Wer verliert, dem bleibt zumindest die Chance auf das große Liebesglück.

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6. Silvester in Bulgarien: Schläge auf den Rücken

Es klingt brutaler als es ist, aber in Bulgarien gelten Schläge auf den Rücken an Silvester als Glücksbringer im neuen Jahr. Es erinnert ein wenig an Halloween, wenn bulgarische Kinder am letzten Tag des Jahres mit einem geschmückten Kirschbaum-Ast, der sogenannten „Surwatschka“, von Haus zu Haus gehen. Mit dieser gibt es für die Bewohner Saures, in Form von Schlägen von den Kindern auf den Rücken. Dabei wünschen sie nach altem Brauch ein glückliches, gesundes und reiches neues Jahr. Als „Belohnung“ bekommen die Kinder Süßigkeiten.

7. Silvester in Frankreich: Champagner und gutes Essen

Wer in Frankreich an Silvester kriegsähnliche Zustände wie in Deutschland erwartet, mit Böllern, Raketen und Fontänen, wird enttäuscht werden. Die Franzosen lassen wenn, dann nur die Korken knallen. Es gibt Champagner in Hülle und Fülle, während das große Geballer Vielerorts, darunter auch in Paris, verboten ist. Gegessen werden traditionell Gänseleber, Hummer oder Austern. Ausgelassene Stimmung herrscht auch ohne Feuerwerk beispielsweise auf der Champs-Elysées, dem Montmartre oder dem Platz vor dem Eiffelturm.

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8. Silvester in Schottland: First footing, aber nur mit Whiskey!

Das schottische Silvester heißt Hogmanay und geht über mehrere Tage. Der bekannteste Brauch an Hogmanay ist das sogenannte „first footing“, das traditionell unmittelbar zu Mitternacht beginnt. Der Erste, der über die Türschwelle eines Nachbarn, Verwandten oder Freundes tritt, soll Glück für das nächste Jahr bringen. Mit leeren Händen sollte dieser dann natürlich nicht auftauschen. Beliebte Mitbringsel sind neben Shortbread (Gebäck) und Black Bun (Fruchtpudding) vor allem eines: Whiskey! Nach erfolgreichem „first footing“ kann dann ausgiebig bis in die Morgenstunden gefeiert werden.

9. Silvesterbräuche in Japan: Vorsicht, Erstickungsgefahr!

Den gefährlichsten Brauch zu Silvester findet ihr hier: Am Neujahrsmorgen werden klebrige Reisklößchen namens Mochi verzehrt und das in rauen Mengen. Aufgrund ihrer klebrigen Konsistenz bleiben sie gerne im Hals stecken und sorgen regelmäßig für Todesfälle. Das Nachahmen dieser Tradition sollte man sich daher lieber sparen.

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Fazit Silvesterbräuche

Neben mehreren harmloseren Traditionen wie roter Unterwäsche oder Kartenspielen, gibt es auch durchaus riskantere Traditionen wie das Reisklößchen Essen. Silvesterbräuche weltweit sollen aber genauso wie hierzulande vor allem Glück und Reichtum bringen. Wie auch weihnachten steht der Jahreswechsel in anderen Ländern steht ebenso im Zeichen von Genuss in Hülle und Fülle, vor allem ein leckeres Silvesteressen und ein guter Tropfen Alkohol werden weltweit geschätzt.